The_Game_-_Streets_of_Compton_-_Low-Res-Cover

Als 2005 das erste Album von The Game erschien, war die G-Unit auf dem Höhepunkt angelangt und Kanye West nicht mehr als ein guter Produzent und mäßiger Rapper. Auch dank der aufregenden Geschichte des Protagonisten avancierte „The Documentary“ berechtigterweise zum Klassiker. Der Spielort: Compton, LA.

Schaut man auf die Karriere von Taylor zurück, bemerkt man, dass er sich tatsächlich zu einem der ganz Großen entwickelt hat. Es gibt wenige Künstler der Westküste, die sich ein vergleichbares Standing erarbeitet haben. Und mit „The Documentary 2“ konnte der Rapper sogar ein neues, extrem starkes Album vorlegen.

Nun erscheint dieser Tage der Dokumentarfilm „Compton“. Natürlich mit der Unterstützung von The Game, aber auch mit ehemaligen Polizisten, Politikern und dem Vater der Tennisasse Serena und Venus Williams. Die Dokumentation ist ebenso aufregend und schockierend wie sehenswert. Den Soundtrack dazu liefert aber natürlich The Game höchstpersönlich.

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Und ebenso wie die Stadt, ist auch der Soundtrack schonungslos – auch wenn der Altmeister nicht mehr jeden Tag im Viertel zu sehen ist, wie er selbst sagt. Es geht in erster Linie um Gang-Gewalt, die Community und Frauen. Die Stimmung ist schon irgendwie gedrückt, wenn es in „Gang Signs“ heißt:

You see your life flash right before your eyes
And you know what
That’s how it is on the west side
When the gang signs go up

The Game – Gang Signs

Die Instrumentals sind allesamt düster und modern, aber klar erkennbar Westcoast. Auf 11 Songs präsentiert uns The Game alle Facetten des (Gang-)Lebens in Compton. Einen Einstieg liefert gleich zu Anfang die Single „Roped Off“ mit Problem und Hoffnungsträger Boogie. Das Credo „Y’all gon‘ get this motherfucker roped off, Don’t get this motherfucker roped off“ kann man auch durchaus als Aufforderung für mehr Frieden in der Stadt der Engel verstehen.

Ein kleines Highlight stellt für mich der Track „Death Row Chain“ dar. Game erzählt von seiner Beziehung zu dem umstrittenen Label und droped nebenher noch ein bisschen Geschichte: „A Ni**a would do anything for one of those Death Row chains“.

Mit „Streets of Compton“ bietet The Game seinen Fans ein kohärentes Album, das mit seiner Atmosphäre zu überzeugen weiß. Gerade im Zusammenspiel mit den Bildern der Dokumentation erzeugt das Projekt eine mitreißende Wirkung. Man ist ein Beobachter in sicherer Entfernung.

Zurzeit plane ich meinen Urlaub dieses Jahr. Zumindest weiß ich nun, wo es nicht hingehen soll. War aber nett gemeint.

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