Fotos: Oktober Promotion

Um den Namen The Hirsch Effekt ist man in den letzten Wochen nicht wirklich herum gekommen. Immer öfter konnte man ihn in dem einen oder anderen Musik-Magazin lesen und vor kurzem hatten die Jungs sogar die Ehre, den heiligen Boden von Wacken zum Beben zu bringen. Und dabei ist die Band gar nicht mal so neu im Geschäft. Bereits 2010 veröffentlichten die drei Jungs aus Hannover ihr erstes Album und nun kommt diese Woche die Nummer vier hinzu! Mit „Eskapist“ setzt das Trio ein weiteres Album in die Welt und kommt dem Durchbruch immer näher.

Der Sound der Jungs ist schwer in Worte zu fassen. Aber wenn er eines nicht ist, dann langweilig und anspruchslos. Hier ist kein Funken von dem üblichen Einheitsbrei zu finden. The Hirsch Effekt wissen, wie sie ihre Instrumente zu spielen haben und haben immer wieder ein neues Gitarrenriff parat. Das führt auch dazu, dass man sie nur schlecht in ein Genre einordnen kann. Man könnte es Metalcore nennen, aber irgendwie auch wieder nicht. Sie selber beschreiben ihren Stil als Art-/Mathcore gepaart mit elektronischen Einflüssen. Das freut natürlich den anspruchsvollen Hörer, der genug von den immer gleichen Tönen hat.

Auch auf dem neuen Album zeigen die Hannoveraner extreme Wandlungsfähigkeiten. Beispielsweise ist dafür „Xenophotopia“ zu nennen. Während des siebenminütigen Songs, in dem Kritik am Rechtspopulismus und den Reichsbürgern geübt wird, werden viele Sub-Genres des Metals verarbeitet. Sei es der eher nach Gothic klingende Gesang in der Bridge oder die schnellen Gitarren, die auch aus einem Black Metal Song hätten stammen können. Im Gegensatz dazu werden im folgenden Song „Natans“ auf neun Minuten viel mehr ruhigere Soundlandschaften geschaffen und mehr an den Feinheiten herumgespielt.

Neben den langen Stücken, welche nur selten unter fünf Minuten Spielzeit bleiben, verstecken sich auf dem Album aber auch kurze Songs, die es wahrlich in sich haben. So zum Beispiel „Tardigrada“, bei dem man praktisch von einer zweiminütigen Zerstörungshymne sprechen kann. Zur Erholung darauf bekommt man die nächste Minute dann die Töne eines ruhigen Orchesters auf die Ohren. Doch diese Ruhe wird  schnell von „Aldebaran“ abgelöst, wo es wieder richtig zur Sache geht. Man bemerkt: bei „Eskapist“ wurden keine Mühen gescheut.

Doch wer nun glaubt, dass das alles nur zusammengeschrammelter, inhaltsloser Mist ist, der irrt gewaltig. Textlich werden bei dem vierten Album von The Hirsch Effekt viele gesellschaftskritische Themen wie der Rechtspopulismus, die Flüchtlingskrise, aber auch persönliche Angelegenheiten wie Alkoholismus verarbeitet. Wie man es aus dem Namen Eskapist (jemand, der der Realität ausweicht) ableiten kann, stellt das Album eine Flucht aus der heutigen Welt und den entsprechenden Umständen dar.

„So bleibt mir als einzige Aussicht dieses herrliche Panorama auf das Leben, das durch meine Hände gleitet.

Meine Hände, die einst noch fühlen konnten ob das, was sie anfassen, gut oder böse ist.

Taub scharren sie jetzt an den frostigen Wänden jener Grube in der ich einst die Toten vergrub, aber finden keinen Halt.“

Lifnej – The Hirsch Effekt

Mit ihrem vierten Album haben The Hirsch Effekt deutliche Zeichen gesetzt und ihren Standpunkt in der deutschen Musikszene gefestigt. Die 14 Songs sind durchweg qualitativ und inhaltlich auf sehr hohem Niveau und sie lassen sich kaum mit Liedern anderer Bands vergleichen. Schon bald geht es für die vier Jungs aus Hannover mit dem Album auf Tour und ich habe mir sagen lassen, dass sie unter anderem beim Wutzrock Festival in Hamburg dieses Jahr schon ordentlich Dampf auf der Bühne gemacht haben. Das sollte man also auf gar keinen Fall verpassen!

The Hirsch Effekt auf Tour

  • 12.10. – Kiel, Schaubude
  • 13.10. – Lübeck, Treibsand
  • 14.10. – Göttingen, Exil
  • 17.10. – Berlin, Nuke
  • 18.10. – Dresden, Scheune
  • 19.10. – Jena, Rosenkeller
  • 20.10. – Leipzig, Felsenkeller
  • 21.10. – Marburg, KFZ
  • 25.10. – Weinheim, Cafe Central
  • 26.10. – Karlsruhe, Jubez
  • 27.10. – Frankfurt, Das Bett
  • 28.10. – Stuttgart, Goldmarx
  • 29.10. – Lindau, Club Vaudeville
  • 30.10. – Augsburg, Soho Stage
  • 31.10. – München, Backstage Club
  • 02.11. – AT, Wien, Viper Room
  • 03.11. – Freiburg, Crash
  • 04.11. – CH, St. Gallen, Grabenhalle
  • 06.11. – Ulm, Club Schilli
  • 07.11. – Nürnberg, Z-Bau
  • 08.11. – Mainz, Schon Schön
  • 09.11. – Hannover, Musikzentrum
  • 10.11. – Bremen, Lagerhaus
  • 11.11. – Hamburg, Molotow
  • 07.12. – Aachen, Musikbunker
  • 08.12. – Emden, Alte Post
  • 09.12. – Salzwedel, Hanseat
  • 14.12. – Oberhausen, Druckluft
  • 15.12. – Moers, Bollwerk
  • 16.12. – Köln, MTC

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