Fotos: Kaja Abels / noisiv.de

Was wäre ein gutes Wochenende ohne ein Konzert? Natürlich ziemlich blöd – deswegen habe ich mich am Samstag in das nette Molotow begeben, um mich von The Hirsch Effekt begeistern zu lassen. Die Jungs sind im Rahmen der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Eskapist“ unterwegs durch Deutschland und sorgen für jede Menge volle Clubs. Das durfte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, nachdem mich das Album schon sehr überzeugt hatte.

Als Support wurden sie von PeroPero aus Berlin begleitet. Sie selber beschreiben ihren Musikstil auf Facebook  als „the finest synthesised progressive Metal“, was man auch durchaus so unterschreiben kann. Mit einem gewissem Mut zur Hässlichkeit betraten die beiden Musiker die Bühne mit neonfarbenen Stirnbändern und langen Bademänteln, die sich farblich auch nicht gerade zurückhielten. Und auch musikalisch können die Jungs sich sehen lassen, denn die haben ordentlich was auf dem Kasten. Das Zuhören kann allerdings nach einiger Zeit etwas anstrengend werden, da wirklich in jedem Song eine Überraschung steckt, die man so nicht erwartet hatte.

Auch bei dem Publikum kamen die beiden Jungs echt gut an. Der Raum war schon zu Beginn ganz gut gefüllt und wurde während der Spielzeit nur noch voller. Für mich war PeroPero als Vorband eine große Überraschung und sie haben mir echt gut gefallen. Sie zeigten sehr durchdachte Songs und man merkte, dass sie diese Musik nicht nur aus Jucks und Dollerei machten, sondern sich echt Gedanken um die Konzeption der Songs machten. Somit sind sie eine echte Empfehlung für Menschen mit etwas anspruchsvollerem Gehör.

Weiter gings dann mit dem Hauptact The Hirsch Effekt. Das Album ist nun schon ein paar Tage alt und scheint doch sehr viele Anhänger gefunden zu haben. Bei vollem Haus betraten die drei Jungs die Bühne und lieferten ein astreines Set ab. Mit einer unglaublichen Lichtshow aus einer Menge Strobo und Farben unterstrichen sie nur noch einmal mehr, wie viele Gedanken sie sich um ihre Songs und die dazugehörige Live-Performance machen. Ihr Date in Hamburg war das letzte Datum des ersten Teils ihrer ausgedehnten Tour, aber von Müdigkeitserscheinungen war nichts zu sehen.

Für mich bewiesen die Jungs mit ihrem Auftritt, dass sie sich den momentanen Hype mehr als verdient haben. Nicht nur ihre neue Platte beweist das, sondern auch ihre abnormal guten Live-Shows. Eine solche Hingabe und Leidenschaft steht selten auf der Bühne. Und die Freude stand sowohl dem Trio selber als auch den Besuchern ins Gesicht geschrieben. Als sie sich nach dem letzten Song der Zugabe von der Bühne verabschieden wollten, ließ sie das Publikum einfach nicht gehen. Nach vermehrten, lauten Zugaberufen kam Sänger und Gitarrist Nils ein weiteres Mal alleine auf die Bühne, um einen letzten Song zu spielen.

Als dieser vorüber war, ging wohl jeder Zuschauer mehr als zufrieden nach Hause. Zwei Bands zeigten an diesem Abend, dass es auch noch Musik außerhalb des üblichen Einheitsbreis zu entdecken gibt. Mit PeroPero standen zwei super talentierte Musiker auf der Bühne, die das Publikum gut in Stimmung brachten und The Hirsch Effekt lieferten ebenfalls eine richtig gute Show ab. Eine Extra-Zugabe verlangt ja nun auch nicht jedes Publikum!

Fotogalerie PeroPero

Fotogalerie The Hirsch Effekt

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