The Hunna - Dare

Foto: Presse / verstärker medienmarketing GmbH

Mit „Dare“ veröffentlicht die britische Band The Hunna ihr zweites Album. Bereits 2016 konnten die vier Jungs mit „100“ und einer handvoll Singles, allen voran „Bonfire“, von sich Reden machen und haben unter anderem dafür gesorgt, dass sich die Scheibe auch heute noch in der Library meines Smartphones befindet. Der Sound tummelt sich irgendwo an der Grenze zwischen Rock und Pop, was heißt, dass es einerseits eine menge straigther Gitarrenriffs gibt, andererseits immer wieder diese melodischen Hooks von Sänger Ryan Potter in den Vordergrund rücken.

Dieses Grundrezept wurde auf „100“ erfolgreich etabliert und auf „Dare“ folgerichtig weitergeführt. Im Interview mit dem australischen Blog amnplify erzählt Ryan von The Hunna, dass das Ziel der Band sei, die „biggest Band in the world“ zu werden. Wie ernst dieser Anspruch ist sei mal dahingestellt – den ersten Schritt haben die Jungs mit „Dare“ zumindest gewagt. Das klingt groß und gewaltig, mit Songs zum Mitschreien und Mitfühlen. Musik für die Sommerromanze und die unerwiderte Liebe.

Im Gegensatz zum Vorgänger wurde sich diesmal auf zehn Songs beschränkt – in Zeiten, in denen Streamingzahlen König sind, eine gewagte Entscheidung, die offensichtlich zu Gunsten der Qualität getroffen wurde. Es geht los mit dem Titeltrack, der ziemlich wild und wuchtig daherkommt – guter Einstieg, der den Rock-Anspruch deutlich hervortreten lässt. Ruhiger wird es erst mit „Babe, Can I Call?“, der dadurch aber nicht weniger mitreißt. Es folgt der Hit der Platte „Flickin‘ Your Hair“, sowie die ebenfalls bereits bekannten Songs „Summer“ und „NY to LA“. Ausklingen lässt das Album mit dem ruhigen „Mother“ und dem aggressiven „Y.D.W.I.W.M.“ – You Don’t Want It With Me.

Die Kürze tut der Platte definitiv gut. Es gibt wenig Wiederholung und eine Menge Songs, die sich alle ähneln und doch jeweils etwas eigenes besitzen. Ob The Hunna damit ihr ganz großes Durchbruch-Album vorgelegt haben? Immerhin will man ja in eine Liga mit den Arctic Monkeys oder Kings of Leon aufsteigen. Ich weiß es nicht, Spaß macht das Album aber alle mal – auch live, wie ich mich auf dem diesjährigen Roskilde Festival überzeugen durfte. Dort haben wir die Band auch zum Interview getroffen, welches man bald bei uns im Blog finden wird und auch auf Instagram wird sehen können.

Ebenso wie „100“ werden The Hunna mit „Dare“ bei mir hoch und runter laufen, vermutlich wieder bis das nächste Album erscheint. Vermutlich werden „Flickin‘ Your Hair“ und „Summer“ ein paar Mal häufiger gespielt werden, aber auch auf voller Länge funktioniert „Dare“ hervorragend. Wann die erste Stadiontour kommt, kann also nur eine Frage der Zeit sein.