Foto: Ashley Osborn

Das Jahr 2018 verspricht musikalisch zumindest schon mal ein sehr gutes Jahr zu werden. Zahlreiche gute Bands kündigten neue Alben an und die ersten Songs kursieren ebenfalls schon im Internet. Den Anfang für dieses Jahr machten die Jungs von The Plot In You. Am 16. Februar veröffentlichte die Band ihr drittes Album „Dispose“. Ich persönlich entdeckte die Musik der Jungs aus Ohio auch erst Anfang diesen Jahres für mich, aber war schon nach dem ersten Hören hin und weg.

Während die ersten Alben sich doch sehr an den klassischen Metalcore-Elementen bediente, erstrahlt das neuste Album in einem ganz neuen musikalischen Licht, welches sich kaum einem Genre zuschreiben lässt. Die Scheibe ist eindeutig ruhiger und melodischer als die Platten zuvor und verzichtet weitestgehend auf Geschrei. Das lässt sich aber keineswegs negativ auslegen, eher genau das Gegenteil ist der Fall.

Ruhig wird mit „RIGGED“ das Album eingeleitet. Nach einigen Sekunden erklingt die meiner Meinung nach unglaublich schöne und beruhigende Stimme von Sänger Landon Tewers. Als zweiten Songs des Albums erklingt anschließend „NOT JUST BREATHING“. Durch diesen Song bin ich das erste Mal auf die Gruppe aufmerksam geworden. Er versetzt einen in eine Stimmung des Aufbruchs, denn inhaltlich handelt es sich darum, nach langer Zeit eine toxische Beziehung zu beenden, um dann letztendlich wieder zu leben anstatt nur zu atmen. Instrumental ist der Song eine reinste Berg und Talfahrt, er ist ruhig und laut zugleich. Auf jeden Fall verlässt die Melodie einen nicht mehr so schnell.

„ONE LAST TIME“ heißt der dritte Songs des Albums. Dieser startet instrumental eher laut und aufbrausend, findet aber mit dem Einsetzen des Textes wieder Ruhe. Die Stimme zeigt in diesem Song eine Verletzlichkeit und scheint kurz vor dem Aufgeben zu stehen. Die Screams klingen hier unglaublich gequält. Sie sind nicht laut oder aggressiv, sondern scheinen ein Produkt der Verzweiflung zu sein. Eines der Highlights des Albums ist der nächste Song namens „I ALWAYS WANTED TO LEAVE“, zu dem es außerdem ein unglaublich gutes Musikvideo gibt. Eines der ruhigsten Lieder der Platte, welches aber dennoch irgendwie aufbrausend wirkt.

All you can hear is your own voice, fueling delusion in you.
And I’m just so sick of backing down that I might just spill it all.
And if I do you won’t be coming back without a deep scar in your soul.
Are you not sick of playing games, sick of giving blame, sick of fucking living like the world has never given you a life defining day?

Feel Nothing – The Plot In You

Bei „FEEL NOTHING“ zeigt sich die volle Kraft der Stimme von Tewers. Müsste ich mich für ein Stück entscheiden um jemanden die Band und das Album zu zeigen, würde ich wohl diesen wählen. Während er zunächst eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt, baut sich im Laufe eine Spannung auf, welche sich im Refrain völlig entlädt. Hier kommen sich innerer Frieden und tiefe Verzweiflung auf nur dreieinhalb Minuten so nah wie nur selten.

Nach einem kurzen Interlude namens „HAPPY“ folgt „THE ONE YOU LOVED“. Ein Song, der sich von den restlichen der Platte abhebt, eher poppig klingt und locker im Radio laufen könnte. Der Beat ist einfach und anders als die restlichen Songs des Albums, geht er klar nach vorn und besticht durch eine einfache Song-Struktur. Im Verlaufe des ansonsten musikalisch eher anspruchsvollen Albums ist das auf jeden Fall eine gelungene Abwechslung. Bei dem nächsten Song „PAID IN FULL“ kehren die Jungs wieder ein bisschen zurück in ihre Metalcore-Vergangenheit. Besonders in der zweiten Hälfte erklingen brachiale Screams und die Instrumente, welche die Vergangenheit erahnen lassen.

Nach dem lautesten Song klingt das Album ruhig und melodisch mit „THE SOUND“ und „DISPOSABLE FIX“ aus. Letzterer ist ebenfalls eine Singleauskoppklung gewesen, welche mich vollends überzeugt hatte. Ein sehr ruhiger und langsamer Song, wo der Text wirken kann. Hier setzen die Jungs auch einige elektronische Elemente ein, die sich im Zusammenspiel mit einem interessanten Gitarren-Riff zu einem sehr angenehmen Sound vermischen.

The Plot In You sind mit ihrem sehr abwechslungsreichen und innovativen Album „Dispose“ auf jeden Fall schon ein heißer Anwärter auf den Titel „Album des Jahres“. Für das Metalcore-Genre sind sie hiermit eine große Bereicherung und können dieses einigen Menschen gelungen näher bringen. „Dispose“ hat eigentlich alles, was mich glücklich macht. Viel Abwechslung und vor allem Strukturen, die noch nicht allzu abgenutzt sind. Dazu hat die Band Videos produziert, die einen in ihren Bann ziehen und die man immer wieder sehen möchte. Langeweile ist für The Plot In You auf jeden Fall ein Fremdwort.

Bald kann man die Jungs auch in Deutschland als Support von We Came As Romans, Alazka und Polaris live erleben. Ich freue mich sehr darauf die Band und ihre neuen Lieder auf den Bühnen der Clubs zu sehen!

The Plot In You auf Tour erleben!

  • 20.04. – Wien, Impericon Festival
  • 22.04. – Zürich, Impericon Festival
  • 24.04. – Wiesbaden, Schlachthof
  • 25.04. – Hamburg, Logo
  • 26.04. – Berlin, Musik & Frieden
  • 27.04. – München, Impericon Festival
  • 28.04. – Leipzig, Impericon Festival
  • 29.04. – Hannover, Faust
  • 10.05. – Trier, Mergener Hof
  • 11.05. – Stuttgart, club CANN

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