Beim Blick auf meine LastFM-Seote stelle ich fest, dass The Shins mit fast 1000 Scrobbels knapp zu den Top-10 meiner meist gehörten Bands gehören. Besonders das Debüt „Oh, Inverted World“ hat es mir angetan, auf dem unter anderem großartige Tracks wie „Caring Is Creepy“ oder dem Shins-Klassiker „New Slang“ vertreten sind.

Auch die späteren Alben „Chutes Too Narrow“ und „Wincing the Night Away“ (hier vor allem „A Comet Appears“) haben ihren eigenen Charme und lege ich immer wieder gerne auf. Nun erscheint der Nachfolger des 2012 erschienenen „Port Of Morrow“, das keinesfalls ein schlechtes Album ist, aber bei mir doch weniger Akzente setzen konnte als die Vorgänger. Deshalb ist es umso spannender zu sehen, was James Mercer mit dem neuen Album „Heartworms“ aus dem Hut zaubern wird.

„Heartworms“ ist das erste Album seit „Oh, Inverted World“, bei dem Mercer selbst als Produzent wieder aktiv wurde. Spannend ist auch die Geschichte um den Albumrelease. So äußerte sich Mercer bezüglich des Veröffentlichungsdatums, dass „Heartworms“ auf Rat des Labels bewusst erst im Frühjahr 2017 erscheinen soll, um einen höheren Slot beim legendären Coachella Festival zu bekommen. Erstaunlicherweise landete die Band gar nicht erst im Line-Up des kalifornischen Festivals.

Aber kommen wir wieder zum Album. Gleich mit dem ersten Song „Name For You“ setze ich ein Lächeln auf und es wird mir klar, wofür ich diese Band so liebe. Mercers Gesang und seine verspielten Melodien passen einfach super zusammen. Dass diese Kombination nicht langweilig wird zeigt etwa „Painting a Hole“, das es mit den Synthesizern und Mischmasch aus verschiedensten Tönen schafft, komplett anders zu klingen als alles andere, was James Mercer in der Vergangenheit mit seiner Band geschaffen hat. „Cherry Hearts“ dürfte insbesondere Fans vom Sideprojekt Broken Bells gefallen, abermals beherrschen hier elektrische Töne das Geschehen.

Neben den ganzen wilden Synthies gibt es mit „Mildenhall“ oder „So Now What“ auch vergleichsweise ruhige Stücke auf dem fünften Album der Shins. „Rubber Balz“ könnte einer der Songs sein, der insbesondere Fans der ersten Alben freuen wird und hätte genauso gut auf dem 2007 erschienen „Wincing the Night Away“ sein können. Den Abschluss bildet das biographische „The Fear“, welches Mercers Erfahrungen über seine Ängste und seine Depression handelt.

Das fünfte Studioalbum der Indie-Band schafft es am Ende mich neugierig zu halten. Nicht jeder Track sitzt sofort oder verbraucht sofort sein Potenzial. Vielmehr lohnt es sich „Heartworms“ intensiver anzuhören. Wer Indie-Musik in Gitarrenformat erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden. Dagegen dürften Synthie-Freunde ihren Spaß mit dieser Platte haben. „Heartworms“ ist ein spannendes Album, das noch nicht final in eine Bewertungsskala der Diskographie der Shins beurteilt werden kann. In jedem Fall werden The Shins in meinen LastFM-Charts bald die 1000er Marke überschreiten!

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