The Slow Show – ein Name, wie er nicht besser zur dazugehörigen Musik passen könnte. Slow ist das häufig gedrosselte Tempo, das die Stücke prägt. Eine Show führen sie aber auch auf – orchestrale Instrumentierung und eine gesunde Portion Pathos sind immer mit dabei auf „White Water“. Das erste Album des britischen Quintetts erscheint am sechsten März bei Haldern Pop Recordings. Und dort sind sie mit Sicherheit gut aufgehoben – zwischen Acts wie Honig oder Isbells fügt sich ihr Sound wunderbar ein.

Mit der vorab veröffentlichten Single „Dresden“ startet das Werk und nimmt uns mit auf eine Bootsreise über das white water. Ein Chor leitet das Stück ein, wenig später gibt Rob Goodwin in ruhigem Bariton zu verstehen:

I’m a mess, I’m a mess, so let me confess what I’ve done, what I’ve seen, what I’ve heard.

slowshowErinnerungen an Nick Cave, Lambchop oder The National erwachen, lauscht man dem theatralisch anmutenden, sich aber nie überschlagenden Opener. Erst kurz vor Schluss kommt der Beat ins Rollen und gibt so den Weg frei für das Debütalbum von The Slow Show. Wehmütig geht die Reise weiter, passenderweise heißt das nächste Stück „Long Way Home“. Die für das Album engagierte, aus Bergarbeitern bestehende Blaskapelle zeigt sich von ihrer atmosphärischen Seite und hüllt den Song in ein Gewand aus gefühligen Melodiebögen. Das ist wahrlich keine Musik für Feierlaune, „it makes you want to cry, boy“! Und das auf die beste Art und Weise: The Slow Show reisen zwar besonders im Text auf wilden Gewässern und vermögen manch einen geneigten Hörer mit hineinzureißen, doch trotz des langen Wegs nach Hause kommt die Musik heimelig daher. Sie nimmt den Zuhörer gefangen, aber auch an die Hand und begleitet ihn ein Stück auf seiner eigenen Reise – durch die eigene Gedankenwelt, durch Krisen, wie sie in vielen der Songs thematisiert werden, oder einfach durch einen Bad Day.

„White Water“ ist ein Werk voller Momentaufnahmen und Gesamtsituationen, in die sich viele hineinversetzen können und kommt doch sehr privat daher. Sicher hätte den elf Songs auch eine reduziertere Instrumentierung gut zu Gesicht gestanden, wie sie Haldern-Pop-Labelmates wie William Fitzsimmons einzusetzen pflegen. Auf Songs wie dem melancholischen, aber versöhnlichen „Lucky You, Lucky Me“ kommt auch dieser Stil zu tragen. Aber gerade mit seinen Streichern und Bläsern, die einprägsame Melodien über die gut abgestimmten Bandinstrumente legen, entfaltet sich das Album und gibt The Slow Show ihren ganz eigenen Sound. Ein beeindruckendes Erstlingswerk, das die Kombo aus Manchester in mancher Herzschmerz-Playlist fest verankern wird.

Vor Anker gehen werden die fünf Briten mit ihrem sturmfesten Boot übrigens auch schon bald in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

  • 21. Mai: Köln, Luxor
  • 22. Mai: Haldern, Haldern Pop Bar
  • 23. Mai: Dortmund, Way Back When Festival
  • 24. Mai: Beverungen, Orange Blossom Festival
  • 25. Mai: Hamburg, Prinzenbar
  • 26. Mai: Berlin, Privatclub
  • 27. Mai: Dresden, Beatpol
  • 28. Mai: Wien, Chelsea
  • 29. Mai: München, Strom
  • 31. Mai: Zürich, Papiersaal

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