Foto: Kane Hibberd

Drei Jahre ist die Veröffentlichung von „Throw Me in the River“, dem letzten Album von The Smith Street Band, nun schon her. Das ist eine ziemlich lange Zeit, wenn man bedenkt, dass das Quartett von 2010 bis 2014 jedes Jahr eine EP oder ein Album veröffentlicht hat. Drei Jahre werden in dieser Relation noch einmal länger und das sich die Band in dieser Zeit deutlich weiterentwickelt hat, zeigt das neue Album „More Scared Of You Than You Are Of Me“ sehr deutlich.

The Smith Street Band - More Scared of You Than You Are Of Me (Album-Cover)

Vor allem sind sie deutlich gereift. Das merkt man sowohl musikalisch, als auch lyrisch. Frontmann Wil Wagner zeigt sich offener denn je, wenn er in „It Kills Me To Have To Be Alive“ über seine mentale Gesundheit singt und in „25“ zu Verstehen gibt, dass er für seine Liebe alles tut und erträgt. Es sind vor allem die ungefilterten und ehrlichen Emotionen, die Wagner mit seiner starken Stimme in die Songs legt.

I am someone in your passenger seat
I’m your punching bag
I will let you kick the shit out of me
And I’ll hold your hand

The Smith Street Band – 25

Musikalisch gehen die Folk-Punker höher, denn je. Da wäre das Gitarrensolo von Lee Hartney in „Death To The Lads“, das so sehr nach den Sternen greift, sodass sie dabei fast auf die Schnauze fallen – aber eben nur fast. Noch stärker geht es in „Suffer“ zu, das mit einem monströsen Intro aufwartet und auch im Verlaufe des Songs kein bisschen Volumen und Stärke verliert.

Dabei bleibt natürlich festzuhalten, dass The Smith Street Band nicht wirklich von musikalischer Finesse lebt – das war bisher nicht der Fall und so wird es wohl auch nie sein. Es ist diese unvergleichliche Energie, die in dieser Form nur ihnen innewohnt, die den Unterschied macht. Dass das Album wieder live aufgenommen wurde, unterstreicht das nur noch weiter. Auf technische Perfektion wird wenig gegeben, stattdessen sollen die Songs leben und das tun sie unfassbar stark.

„More Scared Of You Than You Are Of Me“ gehört zweifelsohne zum Stärksten, was es im bisherigen Jahr zu hören gab und katapultiert sich zielsicher in die Herzen der Hörer. Eine Platte, die beim ersten Durchgang bereits greift und anschließend mit jedem Mal nur noch besser wird.

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