Foto: Pressekit / Artikelbild: Mr. Wattson

Mit „A Breukelen Story“ veröffentlicht Masta Ace sein mittlerweile achtes Album und im gleichen Zug die langerwartete Kollaboration mit Produzent Marco Polo. Heraus kommt das Ganze auf Fat Beats Records. Und seien wir ehrlich: ich hab dem 51-Jährigen so ein Album nicht mehr zugetraut. Mit dem neuen Langspieler bringt Masta Ace sein rundestes Album seit seinem Klassiker „A Long Hot Summer“ von 2004!

Gerade eben erst hat Eminem auf „Kamikaze“ gefordert: „bring Masta Ace back!“. Dass der Dude aus Detroit großer Fan ist, ist den meisten Fans bekannt. Auf „A Breukelen Story“ gibt es natürlich wieder die typischen Skits und Storys, die das ganze zu einem tollen Konzeptalbum machen. Im Großen und Ganzen geht es um die Hood, also Brooklyn, in der Masta Ace groß geworden ist und auch heute noch lebt. Der Protagonist Marco zieht kurz nach September 2001 aus Kanada nach Brooklyn, um dort als Praktikant seinen Traum zu verwirklichen und HipHop-Produzent zu werden. Lustigerweise ist dies genau die Geschichte, wie Marco Polo und Masta Ace sich gefunden haben. Konsequent endet das Album auch mit der Veröffentlichung des Musikvideos zum gemeinsamen Track „Nostalgia“.

Was soll man denn nun von diesem Album erwarten? Die Frage muss sich tatsächlich jeder selbst beantworten. Die Platte liefert astreinen Boombap-Sound, druckvoll Produziert, modern gemastert, ein überzeugendes Artwork und ein ausgefeiltes Konzept. Masta Ace selbst rappt sogar noch ein bisschen hungriger und energischer, als man es von ihm gewohnt ist. Dennoch hinterlassen einige Songs einen faden Beigeschmack, wenn es mal wieder darum geht, was real ist und was nicht oder gegen Spotify und co. gewettert wird. Leider wirkt Masta Ace in diesen Momenten genau so alt, wie er tatsächlich ist. Vorwerfen kann man ihm das nicht.

Richtig gut wird das Album dann, wenn Marco Polo zur Höchstform aufläuft und Masta Ace inhaltlich zeigt, was er drauf hat und das brisante Zeitgeschehen aufarbeitet. Songs wie „Sunken Place“ oder „American Me“ sind intelligent geschrieben, liefern interessante Perspektiven und grenzen den alten Hasen tatsächlich vom Rest der aktuellen Raplandschaft ab. Einen der Songs des Jahres liefert Masta Ace mit „The Fight Song“ zusammen mit Pharao Monch ab. Seit 2001 lebt der Rapper mit Multipler Sklerose und hat seitdem wenig über seine Erkrankung preisgegeben. Nun rappt Monch aus Sicht der Krankheit und Masta Ace liefert den aggressiven Konterpart.

My spine’s tinglin‘, my visions off and my fingers numb
He lookin‘ for a vicious fight, I’ma bring him one
My killer tape’s gonna play loud until Dilla wakes
If you want a song that illustrates, I’ma sing him one

Masta Ace – The Fight Song

Vielleicht fehlen dem Album die großen Hits von „Disposable Arts“, die Magie von „A Beautiful Summer“ oder die Mitgerissenheit von „Son Of Yvonne“. Doch „A Breukelen Story“ beweist einmal mehr, dass Masta Ace in seinem Genre immer noch ganz oben mitspielt. Natürlich ist diese Review sowohl aus der Sicht eines Fans geschrieben als auch aus der eines dilettantischen Schreiberlings, der verzweifelt Versucht objektiv zu bleiben. Letztendlich hat Masta Ace ein ums andere mal ein überragendes Album an den Start gebracht und mich vollends gecatched. Die guten Songs seien ihm verziehen, die tollen Songs werde ich bestimmt noch lange in meiner Spotify-Playlist pumpen!