Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Im Verlaufe dieses Jahres hat Tim Vantol sein aktuelles und drittes Album „Burning Desires“ veröffentlicht. Damit und mit seiner Live-Band ist er aktuell auf Release-Tour unterwegs. Faul war er in der Zwischenzeit aber natürlich nicht – viel mehr ständig unterwegs, beispielsweise als Support für Royal Republic. Über die Jahre hat er sich einen Namen auf den Bühnen dieser Welt erspielt, dementsprechend sind viele Konzerte seiner aktuellen Tour ausverkauft – unter anderem war dies am vergangenen Samstag auch beim Auftritt im Hamburger Logo der Fall.

Den Abend hat der britische Singer-Songwriter Dan Fairhurst eröffnet, der mittlerweile in Münster lebt. Ganz alleine auf der Bühne stehend lieferte er mit seiner Westerngitarre ein hervorragendes Set ab, für das er viel Applaus und Respekt vom Publikum bekam – zwischen den Songs. Während er spielte, konkurrierte der kumulierte Gesprächspegel der „Zuschauer“ mit der Lautstärke des Musikers auf der Bühne.

Weshalb man während eines laufenden Konzertes unbedingt mit anderen Menschen über Gott und die Welt quatschen muss, wird sich mir in diesem Leben nicht mehr ergeben, aber ernsthaft: Könnt ihr auf einem Konzert nicht ein Mindestmaß an Respekt zeigen und endlich mal die Schnauze halten? Gerade jemand, wie Dan Fairhurst hätte dies verdient.

Wenigstens bei Tim Vantol, der danach mit seiner Band auf die Bühne kam, erledigte sich dieses nervige Problem, denn alleine mit seiner Bühnenpräsenz zog er jede Aufmerksamkeit auf sich. Mit „Till the End“ (zu dem es bei uns eine NOISIV SESSION zu sehen gibt) geht das Set los und man merkt sofort: Tim und seine Mannen haben richtig Bock!

Zwischen den Songs holt Tim gerne aus und erzählt seine Geschichten – über die Suche nach einem Ersatz-Drummer für die Tour, seine Freundschaft zum Mercher, seinen Werdegang und auch aktuelle politische und gesellschaftliche Themen lässt er nicht unkommentiert. Da steht ein Mann, der nicht nur einfach sein Set runterspielt, sondern wirklich für das lebt, was er tut und sich dabei komplett wohl fühlt.

Die Positivität, die sich dabei ergibt, überträgt sich sogleich auch auf die Crowd. Als Tim dann mit der Crowd den Chorus zu „Nothing“ schmettert und sich für die Zugabe zwei Songs ohne jegliche elektrische Verstärkung in die Zuschauerschaft stellt, sucht die Stimmung, die sich hierbei ergibt, jeweils ihresgleichen – genau diese Momente sind jene, für die man auf die Konzerte von Tim Vantol geht und die diese Mal für Mal zu etwas besonderem machen.

Fotogalerie: Tim Vantol

Fotogalerie: Dan Fairhurst

Tim Vantol: „Burning Desires“-Tour

  • 05.10. – Stuttgart, Universum
  • 06.10. – München, Strom
  • 07.10. – Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld
  • 09.10. – Wiesbaden, Schlachthof/Kesselhaus
  • 10.10. – Dresden, Beatpol
  • 11.10. – Nürnberg, Stereo
  • 12.10. – Marburg, KFZ
  • 13.10. – Weinheim, Café Central
  • 14.10. – Konstanz, Kulturladen
  • 15.10. – Neunkirchen, Stummsche Reithalle

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