Fotos: Kaja Abels, noisiv.de

Allein bei dem Gedanken Sonntags das Haus verlassen zu müssen, stellen sich bei mir die Nackenhaare auf. Jedoch gibt es Ereignisse, die es schaffen, dass ich mich Sonntags aus meinem Bett begebe und diese sind natürlich Konzerte. So auch vergangenen Sonntag, denn da spielten mit 8kids, Venues, Desasterkids und To The Rats And Wolves ein verdammt fettes Paket guter Bands im Logo. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen!

8kids

Eröffnet wurde das Spektakel von meinen persönlichen Favoriten. Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass es sich um niemand geringeren als 8kids handeln kann. Das Trio aus Darmstadt schafft es immer wieder mich total in den Bann zu reißen. Bei dem ersten Auftritt, den ich von der Band erlebt habe, waren die drei doch noch sehr zurückhaltend unterwegs, aber das hat sich zu meiner Freude geändert. Gut, große Redner werden sie wohl nie, aber während der Songs kommen die drei voll aus sich heraus und präsentieren sichtlich stolz, was sie auf dem Kasten haben.

Im Übrigen dürft ihr euch bald auf neues Material von 8kids freuen. Am 26.05 wird ihr erstes Album erscheinen, welches auf den Namen „Denen Die Wir Waren“ getauft wurde. Ganz ehrlich, ich habe mich schon beim ersten Hören in das Album verliebt und ich bin mir sicher, dass es vielen weiteren Menschen da draußen ähnlich ergehen wird. Zu erwarten ist emotionaler Post-Hardcore mit Texten, die zum Nachdenken anregen. Natürlich bekommt ihr hier von mir zu gegeben Zeitpunkt eine ausführliche Rezension! Außerdem geht es mit neuem Album dann noch Ende Mai und Anfang Juni auf Headliner-Tour zusammen mit anorak., die von uns ebenfalls heiß und innig geliebt werden.

Venues

Weiter ging es an diesem Abend mit Venues, einer Metalcore-Formation aus Stuttgart. Angeführt wird die Band von einer Frontfrau, welche die Clean-Parts der Vocals übernimmt und einem Frontmann, der mit brachialen Screams punkten kann. Vom Aussehen her kann diese Band auf jeden Fall auf ganzer Linie überzeugen, aber wir wollen ja mal nicht oberflächlich sein. Auch musikalisch haben sie einiges drauf. Sie spielen mit dem Mix aus der hohen Cleanstimme der Sängerin und den tiefen Screams, was auf viel Gefallen im Publikum stieß. Mir persönlich gibt die Band nicht sonderlich viel, was wahrscheinlich wieder an meiner Abneigung von Frauenstimmen liegt.

Desasterkids

Anschließend wurde die Bühne von ebenfalls sehr schönen und talentierten Menschen betreten und zwar waren das Desasterkids aus Berlin. Kennengelernt habe ich die Truppe vor fast zwei Jahren, als sie den Opener für Emil Bulls besetzten. Seitdem findet man die Jungs in sehr vielen meiner Playlisten und umso mehr freute ich mich natürlich sie nochmal live sehen zu können. Ihr leichtverdaulicher Metalcore regte die Zuschauer im Logo natürlich zu ausgelassenem Tanzen an.

Die Jungs wissen auf jeden Fall, wie man feiert und Frontmann Andy Phoenix weiß auch, wie man die Menschen dazu bringen kann mitzufeiern. So wurde beispielsweise anstatt der bekannten „Wall Of Death“ eine „Wall Of Love“ veranstaltet. Man merkt, dass die Jungs sich auf der Bühne zuhause fühlen und dass sie richtig Lust haben das Publikum zum ausrasten zu bringen. Von mir kann man zu der Band nur lobende Worte hören, denn sie gehören für mich definitiv zu einer der talentiertesten Bands in Deutschland, die sich auch mal trauen aus dem Rahmen zu fallen. Dass die Berliner bis heute doch relativ unbekannt sind, trifft in meinen Augen auf vollkommenes Unverständnis.

To The Rats And Wolves

Den Abschluss des Abends bildeten To The Rats And Wolves, welche mich ja noch nie wirklich überzeugen konnten. Meiner Meinung nach sind die beiden Alben der Bands durchschnittlicher Party-Metalcore, der ohne weiteres ersetzbar ist. Ich habe noch nie verstanden, warum die Jungs von null auf hundert durchstarten konnten, aber nachdem ich sie jetzt einmal live gesehen habe, kann ich es ein bisschen besser nachvollziehen. So eine unglaubliche Show sieht man doch echt selten von deutschen Bands. Das kleine Logo wurde von den Essenern von jetzt auf gleich in die reinste Partyhöhle verwandelt!

Sie brachten eine aufwendige Lichtshow mit und wussten ordentlich Stimmung zu machen. Einen nicht unwesentlichen Beitrag am Erfolg des Auftritts hatte aber auch das Publikum, welches jeden Song ausgiebig zelebrierte, laut mit sang und moshte was das Zeug hielt. Es ist wirklich erstaunlich, was für eine wahre Fan-Liebe hinter den Jungs steht und darum dürften sie sicher viele andere Bands beneiden. Außerdem spielten sie ein wirklich langes Set, welches wohl jeden zufrieden stellte. Zumindest sah ich sehr viele begeisterte und verschwitzte Gesichter nach dem Auftritt. Meine Lieblingsband werden To The Rats And Wolves wohl wirklich nie werden, aber immerhin verstehe ich nun ein wenig, warum so viele Menschen die Band so feiern.

Schlussfolgernd kann man sagen, dass es sich definitiv gelohnt hat mein Bett außerplanmäßig Sonntags zu verlassen. Zu sehen bekam ich vier Bands, die jeder für sich eine einzigartige Show ablieferte. Es war ein wunderschöner Wochenabschluss!

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