Foto: Derek Perlman

Zugegeben, der Indiezug aus den 2000ern ist schon längst abgefahren. Zwar haben viele Bands die Hochzeit der Indie-Welle mit zahlreichen Festivalauftritten und Alben überlebt, dennoch hat sich der Fokus auf anderweitige Genres verlegt. Durch das neue Album „Bulls and Roosters“ von together PANGEA erlebe ich gerade ein persönliches Revival, wie ich es nie für möglich gehalten hätte.

Wenn ich gefragt werde, welches Album der Indie-Fraktion mir besonders gefallen hat, kommt mir sofort „Costello Music“ von The Fratellis in den Sinn. Sofort höre ich einen ähnlichen Pepp auf dem Album von together PANGEA heraus. Der Opener „Sippy Cup“ geht direkt in den Gehörgang und verweilt dort. Bei „The Cold“ geht das Tempo minimal runter und die Aufnahmen klingen wie auf einer Aufnahme einer 70er Jahre Platte, was der Sache einen ganz besonderen Charme gibt. Auch hier ist ein Ohrwurm nicht ausgeschlossen. Dagegen ist „Kenmore Ave“ eine Nummer dreckiger und verzerrter, halt ein richtig tanzwütiger Hit wenn die Party schon richtig Fahrt aufgenommen hat.

Der Sound von together Pangea lässt sich nicht in eine bestimmte Schublade packen. Markant ist auf jeden Fall der Gesang von Frontmann William Keegan, der manchmal so klingt, als sei er gerade heiser von einem Rockkonzert gekommen. Während „Money On It“ eher der ruhige Indiesong ist, geht „Better Find Out“ sofort steil. Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass jeder Song hier eine besondere Erwähnung haben sollte. Mit „Bulls and Roosters“ ist together Pangea das Kunststück gelungen, dass es keinen Zwang gibt, irgendwelche Tracks zu skippen. Jeder einzelne Song fügt sich perfekt dem anderen und kann dabei in eine ganz andere Richtung abtauchen.

Bei „Gold Moon“ fühlte ich mich kurz an Fleetwood Mac erinnert, auch wenn der bereits angesprochene Gesang einen Vergleich eher nicht zulassen würde. „Stare At The Sun“ hat dagegen den spätsommerlichen Flair und lädt beim Refrain zum Mitsingen ein. „Bulls and Roosters“ versprüht dabei den Flair der 90er Jahre mit einem Hauch alter Nummern von Blur. Zum Ende geben together PANGEA mit „Is It Real“ nochmal alles, während es bei „Alison“ soundtechnisch in Richtung der 80er wie beispielsweise Aerosmith geht.

„Bulls and Roosters“ hat es mir richtig angetan. Das neue Album der US-Band aus Los Angeles bietet all das, was ein abwechslungsreiches Album haben sollte. Keine Langeweile, viele Tempowechsel, unterschiedliche Gefühle und Einflüsse aus unterschiedlichen Genres wie Indie, Pop oder Rock’n’Roll. Das macht natürlich Lust auf die kommende Tour von together PANGEA in Deutschland!

together PANGEA Deutschlandtour 2017

  • 23.11 Köln, MTC
  • 24.11 Hamburg, Molotow Skybar
  • 25.11 Berlin, Maze

[asa]B073MD52GB[/asa]