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Moment mal! 2016 ist bald schon wieder rum? Kann nicht wahr sein – gefühlt hat es doch gestern erst begonnen! An Gedankengängen wie diesen merkt man, dass die Zeit im voranschreitenden Alter immer schneller vorwärts läuft.

Aber gut, so unvorbereitet hat uns das nun auch nicht getroffen. Beweise gefällig? Die haben wir! Bis zum 28. Dezember wird euch jeder unserer AutorInnen Montags und Mittwochs die jeweils persönliche Album-Bestenliste des Jahres präsentieren.

Während wir im letzten Jahr noch zu sechst waren, sind wir nun neun Menschen, die diesen Blog Tag für Tag beschreiben. Selbstredend treffen da verschiedenste Geschmäcker aufeinander, sodass eine gemeinsame Liste wenig zielführend und genauso unspannend wäre, denn weiterhin stehen wir für subjektives Schreiben im Musikbereich.

Apropos letztes Jahr: Alle sechs Album-Bestenlisten könnt ihr euch des Vergleichs sowie der Nostalgie wegen übrigens in der eigens eingerichteten Archivseite anschauen:

Unsere Top-Alben des Jahres 2015 →

Nun ist aber Schluss mit dem ewigen Gesülze! Ab ans Eingemachte! Ich präsentiere euch meine persönlichen Top-Alben dieses Jahres:

#05: Schreng Schreng & La La – Echtholzstandby

Schreng Schreng und La La - Echtholzstandby

Max Gruber aka. Drangsal sagte gegenüber der Intro einst sehr einen sehr klugen Satz: „Ich kann halt nichts komplett scheiße finden, bei dem Jörkk Mechenbier mitmacht“. Selbstverständlich hat er da komplett Recht und so verhält es sich auch bei „Echtholzstandby“ von Schreng Schreng & La La, bei denen jener Jörkk den eseligen Sänger gibt.

Das Album bietet 12 Akustik-Punk-Songs, die von vorne bis hinten mitreißen. Das wiederum liegt vor allem an den Texten und daran, wie Jörkk diese mit vollster Inbrunst vorträgt. Sicher: Die Texte triefen (bewusst) teilweise, sind in ihrer Darbietung aber so überzeugend, dass das völlig egal ist.

→ Anspieltipps: Dschungelkoffer, Natalie, Alles auf Nichts

Schreng Schreng & La La – Echtholzstandby (Album-Review)

Was kommt dabei heraus, wenn Punker in ihrem Leben voranschreiten und sich musikalisch ausprobieren wollen? Des Öfteren geht es dann in die Akustik-Richtung. Ich für meinen... Weiterlesen →

#04: Messer – Jalousie

Messer - Jalousie (Album-Cover)

Mitte August veröffentlichten die Post-Punker von Messer ihr mittlerweile drittes Album „Jalousie“. Darauf ist eine gewisse Abkehr von ihrem bisherigen Sound zu hören. Sie gehen wesentlich stärker in die Breite, experimentieren mit anderen Instrumenten, neuen Strukturen und zeigen eine beispiellose Detailverliebtheit.

Dabei kam ein Album heraus, das einmal mehr untermauert, dass Messer zu den stärksten Vertretern des deutschen Post-Punks gehören. Die Atmosphäre ist derartig schaurig, dass es einem kalt den Rücken runter läuft. Stets bedrohlich ist dieser Sound, der durch Hendrik Otrembas markanten Gesang beileibe nicht aufgelockert wird. Kaum ein anderes Album löste in diesem Jahr so viel so gut unter einen Hut, wie „Jalousie“.

→ Anspieltipps: Detektive, Der Staub zwischen den Planeten, Die Hölle

Messer - Jalousie (Album-Cover)

Messer – Jalousie (Album-Review)

Die deutsche Szene ist im Bereich Post-Punk federführend. Die Vielfalt, die man hierzulande antrifft, ist umwerfend, beinahe einschüchternd. Auch Messer aus Münster gehören inzwischen zu... Weiterlesen →

#03: Iggy Pop – Post Pop Depression

Iggy Pop - Post Pop Depression

Iggy Pop lebt und ist relevanter, als jemals zuvor! Dazu bedarf es der Hilfe von QOTSA-Mastermind Joshua Homme. Zusammen mit Dean Fertita und Matt Helders schrieben sie neun maßgeschneiderte Songs für Pop, die zu dem passen, der er jetzt eben ist: Ein alternder Rock-Pionier, der schon alles gesehen und erlebt hat und ganz nebenbei länger lebt, als es ihm früher jeder vorausgesagt hätte.

„Post Pop Depression“ zeigt aber auch eindeutig die Handschrift von Homme, der das trockene Feeling der kalifornischen Wüste überall hinterlässt. Dabei ließ er aber davon ab, seinen Stil komplett auf Iggy Pop zu zwängen. Hier prallen zwei Welten aufeinander und das Ergebnis ist ein schlichtweg stilvolles Album voll von Ideen, die in die verschiedensten Richtungen ausschweifen und trotzdem kohärent zueinander passen.

→ Anspieltipps: American Valhalla, Sunday, Break Into Your Heart

Iggy Pop – Post Pop Depression (Album-Review)

Wem muss Iggy Pop heute noch etwas beweisen? Richtig: keinem – außer sich selbst. Dieses Verlangen war der Ursprungsgedanke aus dem später „Post Pop Depression“... Weiterlesen →

#02: Telemark – Input/Out

Telemark - Input/Out (Album-Cover)

Mitte des Jahres fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich suchte einen Post-Punk-Sound, der lyrisch und musikalisch pure Aggressivität transportiert. Volles Rohr nach vorne, aber bitte mit Köpfchen! Weshalb es mir auffiel? Ich habe „Input/Out“ von Telemark gehört und ich wusste: Genau diesen Sound wollte ich – ohne es vorher gewusst zu haben.

Die Texte? Angepisst. Ohne Ende. Keinesfalls jedoch 08/15. Zeilen, wie „Ich kriege richtig schlechte Laune / Zurecht und sehr bestimmt / Geh mal weg / Ja hau mal ab / Wie sag ich’s nur beschwingt“ haben durch ihre Wortwahl das gewisse Etwas und bleiben im Kopf. Noch ein Beispiel gefällig? „Wer schützt den Menschomaten / In seinem Kleingeistgarten / Wer baut die Autobahn / Und wer gibt Lohn und wer gibt Brot / Denkt bitte an die Arbeitsplätze / Bloß immer an die Arbeitsplätze / Das ist das O und A / Schlicht überleben, wunderbar“

„Input/Out“ zeigt sich angepisst, aber geistreich. Die Vocals von Frontmann Max Nuscheler, die einem so richtig an den Eiern packen und durch die Luft wirbeln, sind da das i-Tüpfelchen. Das hier ist ganz großer Post-Punk-Sport!

→ Anspieltipps: Kopfreiniger (Mental-Discounter), Kaputte Köpfe, Nicht wollen wollen

Telemark - Input/Out (Album-Cover)

Telemark – Input/Out (Album-Review)

Hat ja nur sieben Jahre gedauert! Telemark aus dem grauen Duisburg mit der gelben Industriewolke über der Stadt sind zurück. Was macht man in dieser... Weiterlesen →

#01: Turbostaat – Abalonia

Turbostaat - Abalonia

Mit ihrem sechsten Album haben Turbostaat ein ganz großes Ding veröffentlicht. „Abalonia“ funktioniert vor allem als Konzeptalbum, gehört von vorne bis hinten. Sie experimentieren mit Songstrukturen und überziehen ihren Indie-beeinflussten Sound vom Vorgänger „Stadt der Angst“ mit kalter und unwirklicher Atmosphäre.

Insbesondere mit „Eisenmann“ ist ihnen meiner Ansicht nach der beste Song ihrer gesamten Diskographie gelungen. Es ist dieser eine Song, der aus dem riesigen Meer an großartigen Dingen herausragt und ganz eigene Merkmale hat. Die Atmosphären passen zu den erneut codierten und interpretationswürdigen Texten, über die man sich wohl tagelang Gedanken machen kann. Turbostaat gehen auch im 17. Lebensjahr stark nach vorne peilen deutschen Post-Punk wiederholt von neuem aus.

→ Anspieltipps: Eisenmann, Die Toten, Der Wels

Turbostaat – Abalonia (Album-Review)

Die aktuelle Flüchtlingslage in Deutschland im Einzelnen und Europa im Ganzen beschäftigt derzeit viele Künstler, vor allem im Punk-Bereich kann man das beobachten. Hier macht... Weiterlesen →

Bis Jahresende jeden Montag und Mittwoch eine neue Album-Bestenliste von uns! Alle Beiträge unserer diesjährigen, neunteiligen Artikelserie könnt ihr zusammengefasst hier finden:

Alle Top-Alben 2016 der noisiv.de-Autoren →

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