top5_alben_jasmin

2016 soll schon wieder vorbei sein? Ich stand doch eben noch auf dem Hurricane oder nicht? Die Temperaturen da draußen belehren mich aber eines besseren, daher ist es an der Zeit, das Jahr Revue passieren zu lassen.

Ich habe wahrscheinlich noch nie in meinem Leben so viele Platten gehört, Festivals besucht und neue Bands kennengelernt, wie dieses Jahr. Das macht die Suche nach den fünf Top-Alben des Jahres nicht unbedingt einfacher.

Komischerweise finden sich in meinen Top 5 nur deutsche Künstler. Das mag daran liegen, dass meine großen Lieblings-Bands, wie Kings of Leon und Jimmy Eat World, mich mit ihren neuen Platten leider nicht ganz überzeugt haben – auch, wenn sie gut sind!

Manch einer mag mir einen beschissenen Musikgeschmack ankreiden, wenn er meine Top 5 sieht. Aber ich bin eben ein kleiner Spacko mit Blackouts, der denkt, viel zu wissen und zu wollen, dabei ein Brett vorm Kopf hat und sich schuldig fühlt! HA!

#05: Schmutzki – Spackos Forever

schmutzki

Ich weiß, diese Platte wurde von vielen Kritikern zerrissen. Und falls auch ihr einer dieser Hater seid: Mein Body, meine Bildung, meine Chillung!

Schmutzki ist eine drei Mann starke Band aus Stuttgart, die sich selbst im Punkrock einordnet. Nun ja, ich würde es vielleicht eher Schlagerpunk (gibt es das?) nennen. Die Platte „Spackos Forever“ hat sich an drei Akkorden und einfachen Songtexten bis auf den 27. Platz der Charts gehangelt.

Im Sommer haben Beat, Dany und Flo fast jedes Festival im Lande mit einem Zeltplatz-Mob überfallen und wurden dabei von den besoffenen Festivalgängern gefeiert. Das Ding ist, die Texte sind einfach und bleiben schnell im Kopf, jeder Vollidiot schafft es auch noch nach zehn Dosen 5,0er, den Refrain von „Sauflied“ mitzusingen: „Wir brauchen ein Sauflied wo man mitsingt, wenn man Bier und Wein und Schnaps trinkt. Denn mit Punkrock verdient man kein Geld doch mit Sauflied kommt man ins Festzelt.“.  Selbiges gilt für „Zeltplatz Baby“ und „Hey Haters“.

Ich stehe einfach auf „Spackos Forever“, vielleicht hatte ich schlicht zu viel 5,0er oder keinen Geschmack. Wenn wir mal ehrlich sind, soll Musik doch Spaß machen und wenn ich Schmutzki höre, habe ich das Gefühl, dass ich mal wieder doppelt sehe und mit meinem Bier glückselig auf dem nächsten Festival stehe.

Neben den Saufliedern und  Schimpfworttiraden können Schmutzki aber auch gefühlsbetonter und langsamer. „Dein Song“ und „So durch“ fallen beispielsweise unter diese Kategorie. Man darf Schmutzki einfach nicht zu ernst nehmen, die Ironie dahinter dürfte auch dem strengsten Redakteur ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Für mich mein Platz 5 in den Top-Alben 2016!

[asa]B01GGSZKY0[/asa]

#04: Blackout Problems – Holy

Blackout Problems - Holy

Was ich an den Blackout Problems liebe, ist der Unterschied zwischen einem Live-Auftritt und dem, was man auf der Platte zu hören bekommt!

Marcus, Mario und Michael reißen live alles ab, gute Laune garantiert! Wenn ich „Holy“ höre, habe ich persönlich aber immer ein ganz anderes Gefühl. Ein bisschen melancholisch und manchmal sogar ein bisschen traurig. Vielleicht liegt es an Textzeilen, wie „I know you struggle to live on“ oder „It’s so good to have you here, so we can talk about the things that we do and we don’t do“.

Die Wahl-Münchener haben sich für „Boys Without a Home“, eines meiner absoluten Lieblingsstücke, Nathan Gray von Boysetsfire geschnappt. Eine Kooperation die sich hören lassen kann! Es klingt nach Emotion pur, die mit starken Drums und hingebungsvoller Gitarre noch emotionaler daher kommt.

Ich weiß ehrlich nicht, was ich noch dazu sagen soll. Wie oft habe ich „Holy“ auf dem Heimweg von der Reeperbahn gehört, um wieder ein bisschen herunterzukommen? Zu oft jedenfalls! So oft, dass „Holy“ in meine Top 5 gehört, denn ohne wäre sie nicht vollständig, einfach nicht ich!

Blackout Problems – Holy (Album-Review)

Acht Jahre – so viel Zeit haben sich die Blackout Problems für ihr erstes Album „Holy” gelassen, welches im Februar diesen Jahres veröffentlicht wird. Zwischendurch... Weiterlesen →

#03: Heisskalt – Vom Wissen und Wollen

Foto: Facebook / Heisskalt

Auch diese Platte wurde von vielen Kritikern bemängelt. Aber ganz ehrlich, warum? Mit „Hallo“ sangen sie sich in die Herzen der Party-Rocker. 2014 erschien das erste Album „Vom Stehen und Fallen“, welches mit großartigen Texten, tanzbaren Hits und einer Leichtigkeit daher kam, dass man einfach nicht weghören konnte.

Aber Heisskalt haben sich weiterentwickelt, sind erwachsen geworden. Die Texte sind voll von Metaphern, Liebe, Schmerz, Humor, Leidenschaft, Angst, mal hart und mal weich. Alles, was meine „Generation Beziehungsunfähig“ bewegt. „Apnoe“ spricht wahrscheinlich vielen aus der Seele. Hat man alles richtig gemacht? Kommt da noch mehr? Wo will ich eigentlich hin?

Und das Wasser spiegelt den Himmel
Und der Himmel spiegelt das Meer
Und irgendwo dazwischen
Treiben wir umher

Heisskalt – Apnoe

Heisskalt zeigen, dass man keine Angst vor der deutschen Sprache haben muss und dass man mit Wörtern spielen kann. Dazu haben sie einen Sound kreiert, den man so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Definitiv kein kindischer Scherz! Ich liebe diese Platte, habe sie dieses Jahr rauf und runter gehört und werde sie wahrscheinlich auch noch ganz oft hören!

#02: BRETT – BRETT

brett

Es ist zwar kein Album, aber diese EP ist der Hit! Auf dem Deichbrand bin ich den vier Jungs das erste Mal über den Weg gelaufen, das zweite Mal saßen sie schon in meinem Wohnzimmer und haben ein Wohnzimmer-Konzert gespielt. Es war zauberhaft!

BRETT sind Max (Gesang), Felix (Gitarre), Stefan (Drums) und Laurenz (Bass). Ihr Sound ist irgendwas zwischen 1970er mit aktuellen Einflüssen von Queens of the Stone Age, Alternative, Stoner und Indie. Sie selbst bezeichnen sich einfach als „laut und dreckig“. Max Stimme ist auf jeden Fall laut und dreckig!

Titel, wie „Das mit dem Hund tut mir leid“, „Konsum“ oder „Kollisionen von Millionen“ überzeugen auf ganzer Linie! Die Texte lassen vermuten, dass dort eine Beziehung verarbeitet wird, aber es geht vielmehr um alle Menschen und um unsere Gesellschaft, wie mir Max verraten hat.

Ihr solltet meinen Brettern definitiv eine Chance geben! Ein Album ist auch schon in der Mache, also können wir uns noch auf einiges gefasst machen. Und ich verspreche euch, ihr werdet sie lieben!

Gratis-Download: Brett-EP →

#01: TÜSN – Schuld

tuesn

Okay, Okay! Ich gebe zu, auch ich hatte zu Beginn meine Probleme mit der Scheibe. Heruntergeladen, gehört und sofort wieder gelöscht.
Doch dann wurde ich zum Konzert in den Kleinen Donner hier in Hamburg eingeladen und gab den drei Jungs aus Berlin eine zweite Chance.

„Schuld“ lief bei mir auf einmal in Dauerschleife. Besonders das Video zu „In schwarzen Gedanken“ hat mich sehr beeindruckt, was vielleicht auch noch seinen Teil zu meinem Wandel beigetragen hat.

Sänger Snöt (Stefan), Bassist Daniel und Schlagzeuger Tomas verbinden Schlagzeug, Bass und Synthesizer miteinander. Dazu kommt die unverwechselbare Stimme von Snöt, die Drama pur ist! Die Texte sind häufig sehr dunkel, tragisch und blicken einem direkt in die Seele. Oder sie fordern zum Exzess auf, wie beispielsweise in „Schwarzmarkt“: „Für ein paar Zigaretten und viel Alkohol hab’ ich mir eine Nacht auf dem Schwarzmarkt geholt“.

Ich kann nur jedem empfehlen, sich genauer mit „Schuld“ auseinander zu setzen und der Platte gegebenenfalls, so wie ich, auch eine zweite Chance zu geben! Selbst meine gute Freundin, die ich mit zum Konzert geschleppt habe, war danach von Tüsn überzeugt, obwohl sie vorher eher abgeneigt war. Das will was heißen!

Bis Jahresende jeden Montag und Mittwoch eine neue Album-Bestenliste von uns! Alle Beiträge unserer diesjährigen, neunteiligen Artikelserie könnt ihr zusammengefasst hier finden:

Alle Top-Alben 2016 der noisiv.de-Autoren →

[asa]B00USMGRGQ[/asa]