Das Jahr neigt sich dem Ende zu und bereits seit Wochen sinnieren wir hier über unsere persönlichen Lieblingsalben aus 2016. Ich habe nun die Ehre, das Schiff dieser Artikelreihe in den Hafen zu fahren und stelle mich hiermit der Schwierigkeit, solch eine Top-5 aufzulisten. Für mich war es ein Jahr der Überraschungen. Viele Stücke haben nicht so geklungen, wie ich es erwartet hatte. Aber so soll es ja schließlich auch sein. Nun aber los mit meinen fünf Highlights!

#05: Red Hot Chili Peppers – The Getaway

„The Getaway“ ist eines der Alben, das niemals zu den Klassikern der Red Hot Chili Peppers gehören wird. Jedoch merkt man hier, dass Josh Klinghoffer endlich angekommen ist. Alles klingt rund, sinnig und auch der Einfluss von Danger Mouse als ausführender Produzent ist nicht zu überhören. Durch meine innige Beziehung zur Band und vor allem durch die Häufigkeit, in der ich dieses Album gehört habe, darf es in meiner Liste nicht fehlen.

→ Anspieltipps: Sick Love, Go Robot, The Longest Wave

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#04: Childish Gambino – Awaken, My Love!

Dass zum Jahresende noch ein Album derart meine Auflistung durcheinander bringt, damit hätte ich nicht gerechnet. Alle rechneten mit einem weiterem Hip-Hop Album des Multitalents Donald Glover aka Childish Gambino, doch mit was er da um die Ecke kam, übertraf alle Erwartungen. Ich meine, wenn Questlove um 4 Uhr morgens bei D’Angelo anruft, ihn weckt, nur um ihn zu sagen dass er sich sofort „Awaken, My Love“ reinziehen soll, dann muss das schon was heißen.

So jung das Album ist, so schwer fällt es mir, es zu be- oder umschreiben. Es ist der blanke Wahnsinn. Da es mich so umgehauen hat wie kein anderes Album dieses Jahr, der verdiente Platz Nummer vier.

→ Anspieltipps: The Night Me and Your Mama Met, Redbone

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#03: Bon Iver – 22, A Million

Ja, auch für mich liest sich die Tracklist zum lang erwarteten Album von Bon Iver eher als eine Anleitung eines längst vergessenen Personal Computers. Die destruktive Bezeichnung der einzelnen Titel vermittelt im gleichen Schritt glücklicherweise die musikalische Veränderung, die Justin Vernon mit dieser Platte eingegangen ist. Wer hier nämlich auf Lagerfeuer-Opern im Nashville-Tuning  á la „Holocene“ oder “Skinny Love“ hofft, muss sich darauf einstellen, dass man auf „21, A Million“ kaum Gitarren zu hören bekommt – in „29 #Strafford APTS“ beispielsweise gibt es eine.

Viel mehr werden hier auf diverse Vocoder und Auto-Tune Plug-Ins gesetzt, die allerdings komischerweise einen Sinn ergeben. Das Album klingt stimmig, und auch wenn die hörbaren Elemente bisher nicht in unserem alltäglichen Musikkosmos stattfanden, gewöhnt man sich schnell an die neuen Bon Iver. Alleine wegen dem Song „8 (circle)“ musste ich das Album in meine Liste aufnehmen.

a→ Anspieltipps: 8 (circle), 00000 Million

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#02: Jack Garratt – Phase

Foto: Universal Music

Tatsächlich hat es auch ein Debütalbum in meine Top-5 geschafft. Von Beginn an faszinierte mich der Sound von Jack Garratt. Bemerkenswert dabei, dass er vollkommen autark als Solokünstler auftritt. Loop-Pedale und Sampler helfen ihm, auch live seine Songs in Perfektion auf die Bühne zu projizieren.

Aber zum Wesentlichen. Sein Sound? Kaum in Worte zu fassen. Indie-Chill-Hop-Rock-Dub. Vielleicht noch irgendwas mit Post? Egal, wenn man einmal „Worry“ oder „Surprise Yourself“ gehört hat, weiß man worum es geht und kann dann vielleicht auch nachvollziehen, warum „Phase“ in meinen Ohren eines der besten Alben des Jahres ist.

→ Anspieltipps: Worry, Surprise Yourself, Weathered, Breathe Life

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#01: Biffy Clyro – Ellipsis

Bei meiner persönlichen Nummer eins geht es für mich zurück zu den Wurzeln. Mit der Erkundung des Rock-Genres hat mein Interesse für Musik seinen Anfang genommen und so spielten auch Biffy Clyro für mich eine sehr große Rolle, als sie vor einigen Jahren meinem eigenen Horizont zum Einsturz brachten und mein Verständnis für Musik um ein Universum erweiterten.

Statt aber in der Vergangenheit zu wühlen, möchte ich an dieser Stelle das Album „Ellipsis“ anpreisen. Wie ich im Interview mit der Band bereits ansprach, beinhaltet die Platte alles, was man sich von der Band nur wünschen könnte. Der klassische Sound der Band der sich bereits über mehrere Alben hinweg etabliert hat und auch für Überraschungen sind die Schotten noch zu haben (siehe „Small Wishes“ oder „Re-arrange“).

Mit „Ellipsis“ wurden neue Türen geöffnet, aber auch ein gewisser Fan-Service abgeleistet. Untermalt haben sie das Ganze auf ihrer Tour, wo die neuen Songs ihre Live-Qualitäten unter Beweis stellen mussten. In meinen Augen und Ohren mit Erfolg, weshalb ich diesem Album nun auch meine Goldmedaille verleihe.

→ Anspieltipps: Friends and Enemies, Medicine, On A Bang

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Bis Jahresende jeden Montag und Mittwoch eine neue Album-Bestenliste von uns! Alle Beiträge unserer diesjährigen, neunteiligen Artikelserie könnt ihr zusammengefasst hier finden:

Alle Top-Alben 2016 der noisiv.de-Autoren →