top5_konzerte_charles

Wir lieben Top-Listen – ein nicht ganz so geheimes Geheimnis. Nicht umsonst führten unsere Autoren im letzten und in diesem Jahr ihre Listen der persönlichen Top-Alben. Aber, Moment! Alben, EPs, Mixtapes und Co. sind ja eine schöne Sache, die wir alle nicht missen wollen; aber ist es nicht gerade doch der Fall, dass Musik erst auf der Bühne so richtig anfängt zu leben? Dass gerade dort Erlebnisse und Momente geschaffen werden, an die man sich noch lange erinnert?

Wir jedenfalls sind exakt dieser Ansicht und weil Live-Berichte von Konzerten und Festivals zu unserem Stamm-Metier gehören, lassen wir es uns dieses Jahr nicht nehmen, auch unsere großartigsten Konzerterfahrungen in persönliche Listen zu packen! Ja, ihr habt es richtig gehört! Acht unserer Autoren präsentieren euch bis zum Jahresende hin ihre eigenen Bestenlisten! Es gibt also eine ganze Menge Konzerte, die wir Revue passieren lassen möchten.

Ich muss es mir dabei selbst auf der Zunge zergehen lassen: In diesem Jahr habe ich bisher 61 Konzerte und Festivals besucht – bis zum Jahresende werden es mindestens 65 sein. Das ist weit von dem entfernt, was der durchschnittliche Konzertbesucher im Jahr so mitmacht. Vielleicht interessierte mich die Frage nach meinen großartigsten Live-Erfahrungen gerade deshalb auch so sehr, denn: Wenn ich ehrlich bin, war kein einziges dieser Konzerte wirklich schlecht. Jedes war mindestens gut.

Eine solch riesige Liste auf gerade einmal fünf Einträge zu reduzieren, ist eine denkbar schwierige, schließlich habe ich in diesem Jahr mehr Konzerte besucht, als neue Alben gehört. Dennoch: An Herausforderungen wächst man und so stellte ich mich dieser. Hier sind die fünf Konzerte, die für mich über alles herausragten und bei denen ich euch die Bands uneingeschränkt ans Herz legen kann:

#05: Royal Republic @ Große Freiheit 36, Hamburg

royal-republic-17

Die Konzert-Party des Jahres spielten für meine Belange definitiv Royal Republic in der Großen Freiheit 36. Von der ersten Sekunde an legten sie mit einem Live-Feuerwerk los, das ihresgleichen sucht! Eine absolut leidenschaftliche Performance, die den Zuschauern irre viel Spaß bereitete.

Daneben beschwor Frontmann Adam Grahn den Weekend Man, damit Band und Crowd noch stärker abrocken und überhaupt schwappt die zwinkernde Selbstironie nur so über! Diese Band hat richtig Bock darauf, live zu spielen und jedes einzelne Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.

Darüber hinaus ragte auch der Sound heraus: Großartige Vocals, volle Gitarren-Sounds, tighte Drums. Der Sound war über alle Zweifel erhaben und sie dazu perfekt durchgeprobt. So viel Euphorie auf einmal kann nur ein Konzert von Royal Republic produzieren!

Dafür geht man auf Konzerte: Royal Republic in der Großen Freiheit 36!

Nach dem Release ihres aktuellen Albums „Weekend Man“ sind Royal Republic dieser Tage wieder einmal auf Tour – gefühlt hören sie ja nie so wirklich... Weiterlesen →

#04: Messer @ Molotow, Hamburg

Messer: Live im Molotow, Hamburg

Da ist diese eine Band. Sie heißt Messer und hat in diesem Jahr ihr drittes Album namens „Jalousie“ veröffentlicht. Das alleine war schon ein Post-Punk-Feuerwerk an Spielfreude, Lyrik und Detailverliebtheit. Dann aber spielen sie den Abschluss ihrer Tour im ausverkauften Molotow und sie heben all diese Eigenschaften auf die Bühne, die die Welt bedeuten. Nun gut, das war hochgradig bedeutungsschwanger, aber bei dieser Gruppe darf man das auch mal sein.

In der Zeit vor „Jalousie“ haben sie auf- und umgerüstet. Milek ist neu an der Gitarre und mit Manu Chittka haben sie inzwischen einen Percussionisten an Bord. Das Ergebnis ist ein Sound, der absolut druckvoll, platziert und voll von Details ist, von denen man jedes einzelne heraushören kann. Messer sind live dermaßen tight und on point, dass es einem die Schuhe auszieht! Dazu die charakteristischen Vocals von Sänger Hendrik Otremba – fertig ist dieser einmalige, unnachahmliche und raumeinnehmende Sound.

Jeder Song an diesem Abend war ein Volltreffer und es war ein absoluter Genuss, dieser Gruppe beim Musizieren zuzusehen und zuzuhören! Sie stechen aus der Masse heraus und sind vielleicht keine Band für den großen Moshpit, dafür aber umso mehr für Konzertbesucher, die Wert auf hochqualitativ dargebrachte Musik legen.

Messer: Unglaublich scharf im Molotow!

Im August veröffentlichten Messer ihr aktuelles und drittes Album „Jalousie“ – eine Sammlung großartiger Songs, in denen sie ihre ganz eigene Auffassung deutschsprachigen Post-Punks ausleben. Ihr... Weiterlesen →

#03: Turbostaat @ Blue Shell, Köln

Wutzrock 2016 Turbostaat 01

Wenn Du Deine Lieblingsband bereits an die 20 Mal live gesehen hast, überrascht Dich nichts mehr – denkt man! Mir ging es da in meiner Gedankenwelt nicht anders, bis Turbostaat ihre Club-Tour für das aktuelle Abalonia-Album spielten. Ich sah sie im Kölner Blue Shell – einem wirklich kleinen Club, der vielleicht 200 Leute fasst.

Die Band spielte ihr neues Album von vorne bis hinten komplett durch und obwohl „Abalonia“ da erst wenige Wochen draußen war, haben die Leute die Texte schon recht sicher mitgebrüllt. Die endgültige Eskalation folgte dann während der ausgiebigen Zugabe, während der ältere Songs gespielt wurden. Eine solche Band in solcher Atmosphäre live zu sehen – das ist einfach etwas besonderes!

Turbostaat: Live im Blue Shell, Köln (Konzertbericht)

Nachdem Turbostaat vor einer Woche „Abalonia” veröffentlichten, sind sie aktuell im Rahmen einer kleinen Club-Tour unterwegs, bevor es dann im März auf die große Abalonia-Tour geht. „Klein”... Weiterlesen →

#02: Iggy Pop @ Mehr! Theater, Hamburg

Iggy Pop 10

In jedem meiner bisherigen Lebensjahre wäre das Konzert von Iggy Pop mein absolutes Highlight gewesen, doch dieses Jahr sollte es doch nicht sein. Nichtsdestotrotz: Diese knapp 90 Euro für das Konzertticket haben sich absolut gelohnt! Noch nie habe ich eine so hervorragend spielende Band gesehen, die ihre Songs bis ins letzte Detail drauf hat.

Josh Homme, Troy van Leeuwen, Dean Fertita, Matt Sweeney und Matt Helders – Iggy Pop hat einige der ganz großen Namen der heutigen Musik um sich herumgescharrt. Die musikalische Genialität übertraf dann nur noch Iggys Attitüde. Da steht also ein knapp 70-jähriger Mann mit freiem Oberkörper auf der Bühne, der von links nach rechts über selbige springt, sich an seiner eigenen Rotze reibt und viel mehr „Punk“ ist, als jeder Mensch, der nach ihm kam.

Irrsin, Genialität, Chaos, Musikalität, Lyrik und Show – all diese Elemente fanden in diesem Konzert so organisch zueinander, wie es nur diese Band mit diesen Musikern hätte machen können. Keinen einzigen Euro habe ich bereut und ich würde mir jederzeit wieder ein Ticket für dieses Konzert kaufen!

Iggy Pop im Mehr! Theater: Konzerte als Kunstform (Konzertbericht)

Mit seinem aktuellen Album „Post Pop Depression“, das in Zusammenarbeit mit Josh Homme, Dean Fertita (Queens of the Stone Age) und Matt Helders (Arctic Monkeys)... Weiterlesen →

#01: Findus @ Uebel & Gefährlich, Hamburg

Findus 01

„Besonders“ war auch das Findus-Konzert im Uebel & Gefährlich, denn es war ihr Abschiedskonzert. Nachdem Delikatess Tonträger bereits 2015 den Hut an den Nagel hing, folgte also auch die Band, die das Label einst ins Leben rief – eine dieser Bands, die es immer wieder schaffte, mich mitzureißen, deren Texte diesen gewissen Tiefgang haben, obwohl sie so leicht im Kopf stecken bleiben. Eben eine besondere Band, die von uns ging.

Ein letztes Mal kamen Fans und Band also nochmal zusammen, um die letzten Jahre zu feiern und es war ein hochemotionaler Abend. Auch ihr früherer Gitarrist Moritz Buhmann kam auf die Bühne und spielte zwei Songs mit ihnen. Zwei Stunden haben sie gespielt, immer wieder kamen sie heraus, um noch einmal anzusetzen. Dieses Konzert hätte nicht enden müssen und ich hätte nicht gewollt, dass es endet.

Zusammengefasst: Ich habe Rotz und Wasser geheult, noch Wochen später ließ mich die Thematik nicht los. Es gab zuvor und danach kein einziges Konzert, das eine derartige Achterbahnfahrt mit mir veranstaltete. Ein letzter Schweineritt, aber ein richtiger.

Findus verabschieden sich mit letztem Knall (Konzertbericht)

Ich neigte früher dazu, mich zu fragen, warum Menschen eine tiefe Trauer empfinden, wenn sich eine ihrer geliebten Bands auflöst. Die Musik bleibt schließlich und... Weiterlesen →

Bis Jahresende jeden Dienstag und Donnerstag eine neue Konzerte-Bestenliste von uns! Alle Beiträge unserer diesjährigen, achtteiligen Artikelserie könnt ihr zusammengefasst hier finden:

Alle Top-Konzerte 2016 der noisiv.de-Autoren →

[asa]B01APB71QY[/asa]