top5 konzerte lisa

Fotos: Lisa Ostheimer, noisiv.de

Wenn es eins ist, was ich gegen Jahresende jedes Mal aufs Neue toll finde, dann sind es Rückblicke. Rückblicke auf das, was sich im Jahr ereignet hat. Und da Musik, im speziellen Live-Musik, einen solch großen Raum in meiner Freizeit einnimmt, sind Rückblicke auf vergangene Konzerte und Festivals unumgänglich!

Ich durfte mich 2016 sehr glücklich schätzen, denn innerhalb der letzten zwölf Monate haben gleich alle meiner drei absoluten Lieblingsbands einen Abstecher in Hamburg gemacht, um ihre neuen und alten Songs zum Besten zu geben. So durfte ich dieses Jahr nicht nur Lucy Rose, sondern auch Daughter und Oh Wonder live sehen.

Was fällt auf? Jede dieser drei bezaubernden Bands hat eine weibliche Frontsängerin, die mich auf ihre ganz eigene Art in den Bann zieht. Zufälligerweise haben sowohl Lucy Rose Parton (Lucy Rose), Elena Tonra (Daughter) und Josephine Vander Gucht (Oh Wonder) einige Gemeinsamkeiten, wie beispielsweise Alter und Frisur.

Böse Zungen würden behaupten ich hätte ein musikalisches Beuteschema, doch ich kann euch eines Besseren belehren. Denn ich habe mich umgeschaut, habe meinen gewohnten Weg ab und zu mal verlassen und habe ein paar Abzweigungen genommen. Dabei habe ich unter anderem zwei wunderbare neue Bands entdeckt: We Bless This Mess und Kafka Tamura!

#05: Kafka Tamura @ Fusion Festival, Lärz

Fotos: Lisa Ostheimer, noisiv.de

Sich etwas trauen, neue Festivals entdecken und über den Tellerrand hinaus schauen. Das waren meine guten Vorsätze für 2016. Diese kann ich stolzen Hauptes abhaken, denn mit dem Fusion Festival in Lärz, welches Anfang Juli stattfand, habe ich alle, an mich selbst gestellten Kriterien erfüllt.

Eines der schönsten Erlebnisse des Festivals, aber auch des gesamten Konzertjahres 2016, ist ganz ungeplant entstanden. Das Wetter meinte es gut mit den Festival-Besuchern der Fusion, doch am Freitag gab es einen kleinen aber heftigen Regenschauer. Um Unterschlupf zu bekommen, stellte ich mich unter eine überdachte Bühne und entdeckte die Band Kafka Tamura für mich. Ab dem ersten Song hatten mich die Bühnenpräsenz der Band, der etwas schüchterne Elektro-Sound und die Stimme der Sängerin in ihren Bann gezogen. Die Songtexte waren ehrlich, direkt und gingen unter die Haut, was mich ein wenig an meine Lieblingsband Daughter erinnerte. Hinter mir der Regen, vor mir Kafka Tamura ein Kopf voller neuer und schöner Eindrücke. Ein ganz besonderer Moment!

Mit Kafka Tamura melancholisch durch den Sommer

Wenn mich jemand nach meinem musikalischen Highlight des diesjährigen Fusion Festivals fragen würde, wäre meine Antwort zweifelsohne Kafka Tamura. Und diese sympathische Band live zu... Weiterlesen →

#04: We Bless This Mess @ Reeperbahn Festival, Hamburg

Foto: Lisa Ostheimer / noisiv.de

Das Reeperbahn Festival ist für mich mein unangefochtenes Lieblings-Festival und das schon seit Jahren! Das Club-Festival rund um die geheimnisvolle Hamburger Reeperbahn bietet eine große Auswahl an Bands verschiedenster Musikrichtungen. Da den Überblick zu behalten und sich die richtigen Konzerte herauszusuchen ist gar nicht so leicht. Oft gehört eine menge Recherche, jedoch auch ein nicht unbedeutendes Quäntchen Glück dazu. Dieses Glück hatte ich dieses Jahr mit dem portugiesischen Singer-Songwriter Nelson Graf Reis, besser bekannt als We Bless This Mess.

Alle, die den talentierten Künstler je live erleben durften, wissen: Seine positive, lebensbejahende Art die Welt zu betrachten findet sich in seinen Songs wieder. Der wohl gefühlvollste Moment des ganzen Festivals fand für mich persönlich statt, als Nelson seinen Song „Darling“ sang. Die Sontextpassage „..and I’m feeling overwhelmed, this moment is so precious. And my breath is something conscious, that fires from inside. I’m no longer living on imaginary chairs.“ hat sich so tief in mein Gedächtnis gebrannt, dass ich jetzt noch Gänsehaut bekomme, wenn ich den Song höre.

Während des Sets in der Pooca Bar ist mir eines erneut bewusst geworden: Musik schafft Freiräume und inspiriert über eigene Grenzen hinauszugehen. Das haben die Songs von We Bless This Mess zumindest in mir ausgelöst!

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Zugegebenermaßen hängt an der Planung des Reeperbahn Festivals, dem größten Club-Festival Europas, schon einiges dran. Bei über 400 Bands in vier Tagen lässt sich nur... Weiterlesen →

#03: Lucy Rose @ Nochtspeicher, Hamburg

Lucy Rose

Lucy Rose begleitet mich mit ihrer Musik nun schon seit einigen Jahren. Eine genaue Anzahl darüber, wie oft ich die bezaubernde Britin bereits live sah, habe ich nicht im Kopf. Zwei Hände benötigt man mittlerweile aber wohl, um die Konzerte von Lucy Rose zu zählen, bei denen ich in der ersten Reihe stand.

Umso bedeutender war für mich das ganz intime und persönliche Akustik-Set, welches sie diesen September im Nochtspeicher für ihre Fans spielte. Die sonst so ruhige und besonnene Künstlerin hat sich im Rahmen des bestuhlten Konzertes ihren Zuhörern gegenüber geöffnet und ungewohnt viel privates Preis gegeben. Nicht nur in ihren Songs war dies spürbar, auch in den kurzen Unterbrechungen, in denen Lucy Rose von ihrem Selbstfindungsprozess der letzten Jahre erzählt hat. Sie hat zu sich Selbst gefunden, so viel steht fest.

Ihr neues Identitätsgefühl war auch in einer Handvoll neuen, bisher unveröffentlichten, Songs hörbar. Die Fans durften sich darüber hinaus Songs wünschen. So wurden vermehrt alte Songs gespielt, was mich sehr freute!

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Mit dem neuen Musikvideo zu „Nebraska“ präsentierte uns Lucy Rose letzte Woche ein richtiges Schmuckstück mit Starbesetzung. War dies zu erwarten? Nein. Doch das zeigt... Weiterlesen →

#02: Daughter @ Docks, Hamburg

Daughter

Die britische Indie-Folk-Band Daughter hat sich in den letzten Jahren von einem Geheimtipp zu einer nicht zu unterschätzenden Truppe entwickelt, die alle großen Festivals Europas bespielt. Mit ihrem neuen Album „Not To Disappear“ haben sich Daughter auf neue Wege gewagt: Ein neuer Sound beherrscht die selbstzweifelnden Songtexte Elena Tonras, die so oft von Angst, Trauer, Verlust und Selbstzweifel handeln.

Besonders Song, wie „No Care“ oder „Fossa“ stachen aus dem Konzert im Oktober diesen Jahres positiv heraus und zählen zu meinen Lieblingssongs der Band. Elena Tonra, die offensichtlich gesundheitlich angeschlagen war, fang sich glücklicherweise nach ein paar Stücken. Dies tat der Stimmung des Konzertes jedoch keinen Abbruch.

Nach dem Song „Smother“, in welchem Songtextpassagen, wie „I sometimes wish I’d stayed inside my mother, never‘ to come out“ ganz offen und direkt heraus die Selbstzweifel der Sängerin darlegen, hat es ein Fan auf den Punkt gebracht. „Thank you for existing, Elena!“, rief er ihr zu. Ein Moment, der sie zwar zum Schmunzeln brachte, jedoch gleichzeitig auch rührte. Ein wirklich gefühlvolles und atemberaubendes Konzert einer meiner Lieblingsbands!

Daughters neues Musikvideo zu No Care: Elena Tonra selbstbewusster, als je zuvor!

Es scheint fast so, als hätten Daughter bei dem Song „No Care“ aus ihrem 2015 erschienen Album „Not To Disappear“ allen Mut zusammengenommen, den sie... Weiterlesen →

#01: Oh Wonder @ Uebel & Gefährlich, Hamburg

Oh Wonder

Josehine Vander Gucht und Anthony West, besser bekannt als Oh Wonder, zählen zu meinen größten Neuentdeckungen 2016. Ihr Debütalbum hat mich das ganze Jahr über begleitet, es immer wieder zurück in meine Playlists geschafft und mich nicht einen einzigen Moment gelangweilt.

Anfang des Jahres hatte ich das Glück, das Indie-Duo live zu sehen. Direkt ab dem ersten Song konnte man die Leidenschaft spüren, mit der die zwei talentierten Musiker bei der Sache sind. Ihre Songs kommen tief aus ihren Herzen, das merkt man bei jeder Note, jedem Ton. Darüber hinaus strahlt Josephine eine große Menge Lebensfreude auf der Bühne aus, die sich auf direktem Wege auf die Fans des ausverkauften Konzertes übertrug. Eine ganz besondere Stimmung herrschte da im randvollen Uebel & Gefährlich!

Mein persönliches Highlight des Konzertes war der Song „All We Do“. Songtextpassagen wie „All we do is play it safe, All we do is live inside a cage.“ gehen direkt unter die Haut. Der Song handelt davon, sich eingeengt zu fühlen, sich nicht zu trauen aus sich heraus zu kommen und von fehlendem Selbstbewusstsein. Doch der Song soll weder traurig, noch melancholisch wirken, erzählte Josephine. „All We Do“ soll aufrütteln, den Käfig aufzubrechen, den man um sich herum gebaut hat und motivieren mehr von sich zu zeigen und sich zu trauen sein wahres Ich nach Außen zu tragen. Eine wirklich schöne Message, die ich mir zu Herzen genommen habe! Immer wenn ich diesen Song höre, werde ich daran erinnert und schöpfe positive Energie. Das schaffen nicht allzu viele Bands, das macht Oh Wonder so besonders für mich!

Oh Wonder – All We Do (Live at the Pool, London)

Josehine Vander Gucht und Anthony West, besser bekannt als das Indie-Duo Oh Wonder haben bereits 2015 mit ihrem Debütalbum bewiesen, dass sie nicht nur gut... Weiterlesen →

Bis Jahresende jeden Dienstag und Donnerstag eine neue Konzerte-Bestenliste von uns! Alle Beiträge unserer diesjährigen, achtteiligen Artikelserie könnt ihr zusammengefasst hier finden:

Alle Top-Konzerte 2016 der noisiv.de-Autoren →

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