styrke

In ihrer Heimat Schweden machte sich Tove Styrke vor nunmehr sechs Jahren erstmals einen Namen, als sie als Drittplatzierte an „Swedish Idol“ teilnahm – denkt man an den deutschen Ableger jenes in aller Herren Länder adaptierten Showformats, ist das sicherlich nicht die Brutstätte qualitativen Electropops. Dass die Schwedinnen in diesem Genre aber doch ein ordentliches Wörtchen mitzureden haben, wissen wir ja spätestens, seit es Robyn gibt. Und der gar nicht so unähnlich geht auch die 22-Jährige aus dem kleinen Örtchen Umeå an ihre Musik heran. Nach ihrem selbstbetitelten Debüt von 2010 erwartet uns am Freitag die Veröffentlichung des Nachfolgers „Kiddo“.

Mit „Ain’t Got No…“ schmeißt uns Tove Styrke ins kalte Wasser, dreht die unverschämt tiefen Bässe direkt so richtig auf und lässt die Drums kiddorumpeln. Klotzen statt kleckern scheint das Motto ihres Sounds zu sein: Progressiv, super ausproduziert und – man kann es kaum anders sagen – verdammt fett kommt das Instrumental daher. Das macht definitiv von Anfang an Spaß und lässt auch auf „Snaren“ nicht nach: Zu tiefen 80’s-Synths und modern runtergepitchten Backing-Vocals lässt Styrke wissen: „You gon‘ be hit, alright! I know you don’t wanna be hit, alright! You need to step beside, mister!“ Es ist ein Hit – alright – und was für einer! Um dem die Krone aufzusetzen, wird noch ein aus ebenso hittigem Material bekanntes „To the left, to the left!“ eingeworfen – spätestens dann ist man „Kiddo“ eigentlich schon verfallen.

Trotz des gut aufeinander abgestimmten Gesamteindrucks tritt Styrke dabei nicht auf der Stelle: In „Ego“ wird es luftiger und mutet dreampop-beeinflusst an, „Borderline“ hingegen schaut sich ganz klar seinen Sound und die wabernden Echos beim Dancehall ab und auch in diesem Genre geht die Schwedin bestens auf, wenn sie ihre prägnant geschriebenen Lyrics auf dem dubbigen Beat präsentiert:

„I’m borderline happy, and I’m borderline sad! I’m borderline good and I’m borderline bad! […] I live my life in shackles but I’m borderline free! I used to be blind and I still can’t see!“

Es ist wirklich beachtlich, wie on point alles in ihren Songs sitzt und wie viele Pophits abwechslungsreichster Natur dabei herauskommen! Ob klassisch-radiotauglich wie auf „Number One“ oder mit dem T-Shirt-tauglichen Statement „Even if I’m loud it doesn’t mean I’m talking to you“ in einer knalligen Uptempo-Nummer – die Hooklines sitzen immer, Lyrics und Produktion harmonieren ausgezeichnet und dabei wirkt das Ganze nicht einmal, wie aus dem Pop-Baukasten zusammengezimmert, sondern wirklich motiviert und fresh.

Im finalen „Brag“ singt Styrke: I don’t brag about my tricks, honey – eigentlich schade, denn wir würden die Tricks wirklich gern kennen, mit denen hier so ein rundum begeisterndes Werk gezaubert wurde! Bleibt nicht viel mehr zu sagen als: Abgeliefert, liebe Tove!

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Bildquelle: Facebook