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Nachdem Jesse Barnett mit Stick to your Guns vor einigen Tagen ihren neuen Song namens „Universal Language“ veröffentlicht haben, geht es für ihn mit Trade Wind nun in die zweite Runde. Heute am 15.07.2016 ist es endlich soweit und die Gruppe veröffentlicht ihren ersten Longplayer „You Make Everything Disappear“. Das dieses Album anders klingen wird, als man es erwartet, hatte ich ja schon vor vor Kurzem angekündigt. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang ein bisschen ratlos vor der Platte stand und nicht so richtig wusste, wie ich das Gehörte verarbeiten sollte. Nun läuft das Album aber schon gut einen Monat bei mir rauf und runter und ich habe mich vielleicht ein wenig verliebt.

Das Album beginnt mit dem uns bereits bekannten „I Hope I Don’t Wake Up“. Dieser bildet insgesamt eigentlich auch den härtesten Beitrag der gesamten Platte. Man hört doch noch die Hardcore-lastigen Einflüsse der mitwirkenden Musiker. In den weiteren Songs werden mehr Sound-Landschaften verarbeitet, in die man als Hörer nur so versinken kann. So zum Beispiel bei der Nummer zwei: „The Lowest Form“. Ist uns ebenfalls schon bekannt und ich denke, dieser zeigt ganz gut, in welche Richtung das Album gehen wird.

Bei diesem Album haben sich die Musiker ganz klar an der vollen Bandbreite dessen bedient, was ein Studio so hergeben kann. Daraus ergibt sich ein unglaublich schöner musikalischer Mix, der keinem Genre zuzuordnen ist. Zusätzlich klingt kein Lied gleich und es gibt immer wieder einige Überraschungen, auf die man sich freuen kann. Insgesamt wird eine sehr bedrückende, emotionale Stimmung erzeugt, die einen ganz sicher nicht über die Straße tanzen lässt.

Umfangreiche Lyrics wurden für das Album nicht geschrieben. Es überwiegen instrumentale Parts und Screams oder ähnliches sind fast gar nicht mehr zu hören. Aber der eingefleischte Jesse-Barnett-Fan (wie ich es bin) muss natürlich nicht komplett darauf verzichten. Seine markante Stimme klingt stark durch und verleiht den Songs eine besondere Note. Sie klingt jedoch sehr verletzlich und ruhig, was einen Kontrast zu dem bildet, das man gewohnt ist.

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In mehren Interviews erwähnte Barnett, dass sich das Album thematisch mit der Trennung von seiner langjährigen Partnerin beschäftigt. Das schlägt sich eindeutig in den Lyrics wieder, wie zum Beispiel bei „Tatjana (I Miss You So Much)“ oder „Je t’aimerais toujours“. Beides sehr verträumte ruhige Songs, die mit wenig Text die Botschaft weitergeben.

You are beautiful, just not what I am looking for
So walk away while I sink to the bottom

Such a pretty waste of time
It’s always on my mind
While I wait my turn in line
I question what I’ll find

Trade Wind – The Lowest Form

Wie oben schon erwähnt: ich war beim ersten Hören nicht sofort überzeugt. Aber ist man einmal mit dem Sound warm geworden, kann man nicht mehr ohne. Ich denke „You Make Everything Disappear“ wird nicht jedem gefallen, da es doch sehr anders ist. Ich für meinen Teil bin inzwischen sehr überzeugt von dem Album und höre es immer wieder gerne!