TubbeAls die Elektro-Popper (schönes Wort) von Tubbe vor ein paar Jahren noch mit der Liebe fertig waren, war die Welt noch soviel anders: die FDP war noch ein Brett im Polithimmel, Edward noch nicht Snowden und der Papst kam auch noch aus Bayern. Und, nun ja, Tubbe ebenfalls. Es waren schöne Tunes in harten Zeiten, Eiscafe Ravetto lud zum Träumen und Tanzen, auf deutsch wie auch auf englisch.

Zwei Jahre nach dem Release, fast auf den Tag genau, finden wir uns nun zu diesen Zeilen zusammen. Vielleicht solltet ihr sie gar nicht lesen, lesen ist schließlich aufwendig und bedeutet Arbeit. Vielleicht sollte ich auch gar nicht schreiben, denn nur die Finger zu bewegen duftet ein wenig zu monoton, der Körper durstet nach 6 Quadratmetern und einer Bar. Keine Arbeit Lieber Tanzen. Herzlich Willkommen Langspielplatte Numero Zwei. Wir wagen es mal – heute sogar mal mit anschließendem Interview!

Keine Arbeit Lieber Tanzen

42 Minuten sind zunächst einmal einzuplanen. Gar kein Problem. Im Vorfeld durften wir bereits die hausinterne Kollaboration mit Torsun (Egotronic) Punkopa hören und wenn ihr den Clip dazu genauso toll fandet wie wir, mindestens siebenmal öfter sehen. Audiolith mal wieder. Little did we know, dass der Punkopa und seine melancholischen Wurzeln in einigen der zehn Tracks wiederzufinden sein wird.

So macht sich bereits skrupellos eine große Portion Nostalgie über den Album-Opener Sechszehn Zwerge her. Zerflossene Tränen und ein wenig Liebe lässt Sängerin Steffi hinter sich, keinesfalls aber die geliebten Synthiemomente, die das Duo so gut wie kaum eine andere Band hierzulande beherrscht. Das Stück gewinnt schnell an Fahrt und erste Hocker und Aschenbecher werden langsam aber sicher aus der Tanzfläche geräumt. Es geht los.

Wir leben nicht das Leben aus Prospekten? Seis drum, no regrets wie Robbie Williams es sagen würde. Oder wie es die Neu-Berliner in Summer Back ausdrücken. Erneut geht es auf einer Tubbe-Platte multilingual zur Sache, das Duo bleibt dabei kryptisch wie und je. Anrufe aus den 80ern scheint das Duo gern entgegenzunehmen, verhaftet bleibt der Sound dort jedoch nie. Gelingt nicht allen Künstlern.

Im Jahr 2015 sind noch nicht alle mit der Liebe fertig. Fragt doch mal bei Tinder nach. Auch Steffi tut sich da schwer. Nach dem überraschenden Ausflug in jazzige Gefilde in Form von Good Days (feat. Joachim Kühn) klopft auch schon die zweite Single an. Dummheit sticht Armut rüttelt den Laden noch einmal ordentlich durch, stellt die großen Fragen und dem Leben ein paar Fragezeichen quer. Muss alles sein was sein muss? Ist niemand traurig der nicht weint? Tubbe tanzt mit uns lieber erstmal weiter, später können wir immernoch drüber reden. Auf einem Bier oder drei und mit dem schicken Tubbär an der Leine. Ganz wie im Clip.

Da wir uns gerade so schön von der Platte nähren, nähern wir uns auch schon meinen beiden Favoriten der Platte. Da wäre zu einem die gelungene Hommage an die deutsche Hauptstadt, In Berlin. Stefanies freche Analytik bricht hier mit jahrelange Großstadtromantik von Ur-Einwohnern und Eingeborenen der Stadt an der Spree, serviert uns wortwitziges Feingefühl und feinfühligen Wortwitz. Ha!

Tagelöhner, das sind wir! Wundervoll ertönt sie, die gleichnamige Popnummer mit Potential zum lebenslangen Replay. Wir sind so vermessen, erprobt und gelobt, haben alles gesehen, mit Giganten getobt. Aus den heimischen Boxen ertönt die Sorte Melancholie, die dich hoffen anstatt hängen lässt. Ein Gefühl an das Keine Arbeit Lieber Tanzen des öfteren andockt und Potential hat zur Platte des Frühlings zu werden. Mit der dazugehörigen Tournee lässt sich der Spaß ziemlich schnell in ein handfestes Erlebnis umwandeln.

Tubbe

Keine Arbeit Lieber Tanzen erscheint am Freitag, dem 13. März über Audiolith. Freitag, der dreizehnte. Freitag, der dreizehnte, Freitag der dreizehnte… Merkt Euch das: dann klappts auch mit dem Wochenende. Für weitere schöne Daten in eurem Leben seien Euch folgende Termine ans Herz gelegt:

20.03.2014 Hamburg – Molotow (Tickets)
02.04.2015 Berlin – Privatclub (Tickets)
11.04.2015 München – Milla (Tickets)
16.04.2015 Hannover – Café Glocksee (/w Egotronic) (Tickets)
17.04.2015 Oberhausen – Druckluft (Tickets)
18.04.2015 Münster – Gleis 22 (/w Egotronic)
25.05.2015 Weissenhäuser Strand – L-Beach
30.04.2015 Dresden – Scheune (/w Egotronic)
01.05.2015 Frankfurt – Zoom (/w Egotronic)
02.05.2015 Köln – Gebäude 9 (/w Egotronic)
15.05.2015 Leipzig – Täubchenthal (/w Egotronic)

Wir sind lieb, wir lügen nicht. Ein kleines Interview haben wir Euch versprochen und selbstverständlich können wir abliefern, wie es auf neudeutsch heißt. Wir führten mit Sängerin Stefanie Jakobs ein e-Mail-Interview.


Gratulation zur zweiten Platte! Sie nach jahrelanger Handarbeit Keine Arbeit, lieber Tanzen zu betiteln war mit Sicherheit ein wenig.. befreiend?

Nun, in erster Linie waren wir erfreut ohne Zwangsmaßnahmen und größere Räusche einen Albumtitel gefunden zu haben. Dem Kind einen Namen zu geben ist in etwa so schwierig wie seinem Kind einen Namen zu geben. Ohne darin große Erfahrung zu haben.

Mit In Berlin ist Euch die cleverste Hommage an die Hauptstadt der letzten Zeit gelungen. Eine freche Analytik statt urbaner Romantik, die womöglich nur von Wahlheimatlern kommen konnte. Nun scheint ihr Euch ja wunderbar eingelebt zu haben: wie viel Berlin ist denn tatsächlich gesund für die Seele?

Schlau wie wir sind, halten wir uns natürlich nur an entzückenden Plätzen auf und blenden alles andere gnadenlos aus. Wir sitzen auf sonnenbeschienenen Wiesen, um uns herum Einhörner und Delfine, die Drachen steigen lassen, dazu essen wir gerne Pfannkuchen. Vielleicht ist das aber auch nur ein kleiner Traum. Vielleicht der Berliner Sommer. Auf gar keinen Fall der Winter.

Jetzt mal zum Punkopa und dem hervorragenden Clip von Jörn Schnitger: wo habt ihr bitte Richard Ellis aufgetrieben? Grandios!

Gerne würde ich sagen: Das ist Opa. Immer macht er all diese verrückten Dinge. Er ist kaum zu stoppen, dieser verrückte Mensch. Leider kann ich das nicht sagen. Ganz schnöde haben wir bei MisfitModels angeklingelt, ein Foto von Rick gesehen und uns Hals über Kopf verknallt.

Ich habe beim Hören der Platte häufig an die schönen alten Tage gedacht, die der unbeschwerteren Sorte. Dabei bin ich doch erst 26 Jahre jung! Stehen wir uns meist selbst im Weg?

Vielleicht nicht meist, aber dennoch zu oft.

Neulich habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich einen Beitrag über Euch auf Reddit gesehen habe. Begriffe wie „catchy“ und „perfect“ sind gefallen, von unterschiedlichen Nutzern, ohne deutsche Sprachkenntnisse – und es betraf den Punkopa! Nun sind auch erneut wieder einige englischsprachige Titel auf der Platte – ist es nicht bald mal an der Zeit zu expandieren?

In der Tat? Sind wir bereits Superstars in fernen, unbekannten Ländern und wissen es einfach noch nicht? Big in Honululu? Eine Expansion wäre reizend, sie würde uns durchaus behagen. Catchy und perfect…ich wusste gar nicht, dass die Menschen im Internet auch nett sein können. Stark.

In Dummheit sticht Armut habt ihr mit dem Tubbär erneut einen Videostar rangezüchtet. Ab mitte März geht es bekanntlich auch wieder auf Tour. Darf das Publikum sich auch fernab von YouTube auf den Tubbär freuen?

Tubbär ist ein in sich gekehrter Bär. Er liebt die Stille und das Denken. Außerdem wird ihm beim Autofahren gerne schlecht. Ich befürchte fürs Erste bleibt es bei seinem YouTube-Ruhm.

noisiv.de bedankt sich ganz herzlich für das Interview!

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Und sonst?
Sollte jeder mal gehört haben: Audiolith lädt Steffi und Klaus zum Plattencheck!
Facebook: Mein treibt sich in sozialen Netzwerken herum. Oder heißt es auf sozialen Netzwerken?
Spread the Merch! Schicke Shirts, tolle Beutel und jede Menge Spaß im Webshop von Audiolith.
Oh Interview, oh Interview! Die Standartfragen wurden an einem anderen Fleck abgerüttelt. Die Antworten sind trotzdem schön.
Die offizielle Website: Sie birgt Infos und die schönsten Videos des deutschen Pops. Learnings: manchmal reicht auch nur ein iPhone zum Drehen.

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