Tubbe 03

Altweiber in Hamburg verbringen zu müssen, ist für einen Exil-Düsseldorfer die Höchststrafe. Zum Glück hat Hamburg ebenfalls so einiges zu bieten: Tubbe im Molotow zum Beispiel. Da meint es jemand gut mit mir. Also habe ich zwei gute Freunde eingepackt (einen zum Saufen, der andere darf Fotos machen) und mir mal angeschaut was Tubbe live zu bieten hat.

Tubbe leben in Berlin, versuchen ihren bayrischen Dialekt zu vertuschen und haben letztes Jahr ihr zweites Album „Keine Arbeit lieber Tanzen” über die Qualitätsschmiede Audiolith veröffentlicht. Das, was die beiden machen, nennt man wohl Elektro-Pop bzw. Elektro-Punk (Wikipedia) oder viel eher: Geile Mukke (noisiv.de).

Um das Publikum schon mal in Stimmung zu bringen, wurde die Band Dave & Mighty engagiert, welche hier ganz besonders gelobt werden soll. Bessere Stimmung findet man an Altweiber auch nicht in Düsseldorf, geschweige denn in Köln. Das Duo ist auf den ersten Blick eine Cover-Band. Doch anstatt zu reproduzieren, werden Klassiker (sic!) wie „When Your Heart Stops Beating“ (+44) oder „Beat ˈEm Down“ (No Fun At All) in ein Gewand aus trashigem Eurodance gehüllt. Fabelhaft.

Kurz darauf legten Tubbe dann direkt fulminant los mit Bass, Schlagzeug und Synthie. Mehr Punk als Pop und definitiv auf die Fresse. Das von der Frontfrau ausgegebene Credo lautete dann auch: „Moshen, bitte!“. Aber Gerne! Das Publikum bedankte sich für die ersten Songs wie „We Won’t Be Friends“, „5 Minute Love“ und „Sechzehn Zwerge“ mit rhythmischem Rumgezappel.

Tubbe 07

Es gab wenige Pausen zwischen den Songs, dennoch reichte die Zeit, um gegen die AfD zu wettern – Gott sei Dank gibt es noch vernünftige Menschen. Dann war da noch irgendwas mit einer Ohnmachtsziege, doch so richtig bekomme ich die Story auch nicht mehr auf die Kette. Sorry.

Tubbe spielten sich im Verlauf des Konzertes quasi komplett durch ihre beiden Alben „Eiscafe Ravetto“ und eben „Keine Arbeit lieber Tanzen“: „Summer Back“ (inklusive Drum-Solo), „Bad Hupferl“ und so weiter. Als dann die Hits „Punkopa” und „In Berlin” gespielt wurden, kochte die Hütte. Es ging munter weiter, bis dann irgendwann auch die Zugabe gespielt war. Kam für mich ein wenig plötzlich, obwohl das Duo schon ordentlich lange auf der Bühne stand. So schnell kann die Zeit vergehen.

Ich konnte ein unglaubliches Konzert von einer tollen Band erleben, die mit wunderbaren Texten begeistert. Dass Tubbe live so einen Abriss veranstalten würden, habe ich nicht erwartet – Respekt! So hatte ich an Altweiber auch noch Karneval.

Tubbe im Molotow: Konzertfotos

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Großer Dank geht an MK (nowisgood.de) für die tollen Fotos!

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