Turbostaat 01

Ich habe mittlerweile damit aufgehört zu zählen, wie oft ich Turbostaat über die Jahre hinweg live gesehen habe. Obwohl meine imaginäre Turbostaat-Strichliste schon ziemlich voll ist, besuche ich weiterhin jedes Konzert der Band, das ich kann. Auch am vergangenen Donnerstag war ich wieder vor Ort, als der Staat im Kölner Gloria Theater auftrat.

Nach der kleinen Club-Tour, während der sie das neue Album „Abalonia“ (Album-Review) von Anfang bis Ende gespielt haben (auch da sah ich sie im Kölner Blue Shell), geht es nun also auf die etwas größeren Bühnen der Nation. Mit dabei waren auch die beiden Vorbands The One und Zoi!s sowie ein Fingerverband beim Bassisten Tobert, der sich am Tag zuvor die Fingerkuppe zurechtschnibbelte und seinen Bass daher mit drei Fingern spielen musste, was – und so viel bereits vorweggenommen – hervorragend funktionierte.

The One und Zoi!s machen die Bühne heiß

The One

Auf dem Zeitplan wurde der Beginn des Konzertes auf 20 Uhr angesetzt und der wurde auch eingehalten. The One machten den Anfang und konnten mit straightem, aber intelligentem Punkrock überzeugen. Treibendes Drumming und leidenschaftliche Vocals waren ein sehr stimmiger Einstieg in einen gelungenen Punk-Abend. Auch die Zuschauer nahmen die Band sehr freundlich an und ließ sich von ihrer Musik überzeugen.

Zoi!s

Anschließend spielten Zoi!s. Auf den ersten Blick fällt vor allem ihr Alter auf, denn die Band ist noch sehr jung. Trotzdem hat sie bereits jetzt einiges zu bieten. Ihr Post-Punk ist Turbostaat-beeinflusst, aber keine bloße Kopie, sondern etwas eigenständiges, das Zukunft hat. Auch dafür stehen Turbostaat-Konzerte: Man lernt immer wieder interessante neue Bands kennen, bei denen es sich lohnt, am Ball zu bleiben. Zoi!s ist definitiv eine dieser Gruppen!

 

Turbostaat und Köln = Punk-Liebe

Turbostaat 05 Turbostaat 03

Nach der obligatorischen Umbaupause kamen dann endlich Turbostaat auf die Bühne. Mit „Ruperts Gruen“ wurde das Set mit dem Opener des aktuellen Albums eröffnet. Von der ersten Sekunde an war die Crowd Feuer und Flamme für das, was sie sah und hörte! Die Menge schreite jeden Song komplett mit, immer wieder gab es Stagediver zu sehen – die Euphorie war greifbar, wie der Schweiß jedes einzelnen!

Dadurch, dass sich die Band momentan auf der Release-Tour ihres neuen Albums befindet, ist es klar, dass der Fokus auf den neuen Songs liegt und so wurden alle zehn Songs aus „Abalonia“ zum Besten gegeben. Während es auf der Club-Tour hier und da noch hakte, kamen die Songs nun perfekt und noch um einiges besser rüber – auch die Textsicherheit des Publikums hat sich nochmal merklich gebessert.

Turbostaat 06

Selbstredend wurden immer wieder auch ältere Stücke eingeworfen – unter anderem „Tut es noch weh“, „Pennen bei Glufke“ und „Frieda und die Bomben“. Die Mischung zwischen alten und neuen Songs empfand ich dabei als sehr angenehm, sodass eine gute Abwechslung zwischen alt und neu mit dabei war. Das reguläre Set wurde dann natürlich mit „Abalonia“, dem Titelsong des Albums, beendet, nach dem die Band frenetisch gefeiert wurde.

Turbostaat 02

Insgesamt wurden im Anschluss daran noch zwei Zugaben gespielt. Der erste Song war „Geistschwein“ aus dem neuen Album und ganz am Ende stand mit „Schwan“ nochmal ein ganz besonderer Höhepunkt an. Die Menge wollte dabei gar nicht, dass die Band den Abend beendet und auch meiner Meinung nach hätten sie gut und gerne eine oder zwei weitere Stunden spielen können, ohne dass es langweilig oder langatmig geworden wäre.

Letzten Endes gilt: Wer die Gelegenheit hat, Turbostaat in Köln live zu sehen, sollte sie früher oder später definitiv nutzen. Ich für meinen Teil habe dort noch nie ein Turbostaat-Konzert gesehen, das nicht der absolute Kracher war. Köln ist eine Turbostaat-Stadt und das beweist sie jedes Mal aufs Neue. Auch an der Band geht das nicht spurlos vorbei, sodass das Konzert im Gloria Theater bereits jetzt eines ihrer Highlights des Jahres ist – und das hat seine Gründe!

Turbostaat: Auf dem Weg nach Abalonia Tour

  • 30.03.2016 – Wien, Arena
  • 31.03.2016 – Dresden, Beatpol
  • 01.04.2016 – Berlin, Huxley’s
  • 02.04.2016 – Hamburg, Markthalle
  • 21.01.2017 – Hamburg, Große Freiheit (Zusatzkonzert)
  • 28.01.2017 – Köln, Live Music Hall (Zusatzkonzert)

[asa]B017JJR4FS[/asa]