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Mit „Multi-Love“ erscheint am 22. Mai das langersehnte dritte Studioalbum vom Unknown Mortal Orchestra. Nach dem selbstbetitelten Debütalbum 2011 und dem erstmals über Jagjaguwar erschienenem „II“ bekommen wir den ersten Longplayer seit 2013. Die nach dem Album benannte erste Singleauskopplung aus Multi-Love klang extrem vielversprechend, kam mit einem interessantem Musikvideo daher und klingt zum Einstieg wie folgt:

Um sich für die Arbeit an dem neuem Album vorzubereiten zog sich Sänger und Kopf der Gruppe Ruban Nielson in sein Homestudio in Portland zurück und wagte erstmals einen Blick in die Vergangenheit. Was definierte das Unknown Mortal Orchestra? Worum ging es? Und wo er sich noch auf „II“ dem partnerlosen Alleinsein widmete, geht es in „Multi-Love“, wie der Titel schon verraten lässt, genau ums Gegenteil.

Der Songwritingprozess bei diesem Album war abstrakter und wie ein Rätsel, das den üblichen Flow unterbrach. Ein guter Text ist einer, der nicht direkt und komplett passt und funktioniert. Ich will nicht traurig oder nostalgisch über diese Beziehungen sprechen. Ich will sie eher zelebrieren. Das ist ein Gefühl und eine Sehnsucht, die von Zeit zu Zeit einfach kommt. Es war noch nie einfach. Ich bin etwas wild und war nie wirklich normal.
– Ruban Nielson

Allein der Titel „Can’t Keep Checking My Phone“ sagt so viel aus, dass dem kaum mehr was hinzuzufügen ist. Lyrisch geht es also um das Einhergehen von Beziehungen und dem Zwischenmenschlichen. Musikalisch erfahren wir eine farbenfrohe Mischung aus verstaubten Synthesizern, mit Phasern versehenen Basslines und natürlich die eindringlich hoch präsente Stimme von Ruban Nielson. Direkt nach dem Betätigen des Play-Knopfes werden wir in eine rosapinke Wolke (yammi Zuckerwatte!) von experimentellen Sounds und durchdachten Akkordfolgen eingesogen.

Der Titeltrack „Multi-Love“ bleibt eine der vielschichtigsten Kompositionen und bindet gemeinsam mit „The World is Crowded“ und „Necessary Evil“ meine persönlichen Favoriten des Albums. Wenngleich auch der Finisher „Puzzles“ eine Erwähnung verdient hat. So aufwirbelnd das Album auch ist, findet „Multi-Love“ hier ein buntes Ende und lässt das Unknown Mortal Orchestra bildlich als ersten über die Ziellinie treten. Die LP ist erwartend psychadelisch veranlagt, hat seine durchaus rockigen Passagen und Nielson reflektiert mit seinem Pathos Zerstörtes und Wiedergefundenes im Bezug zu vergangenen Romanzen. Save the date!

Unknown Mortal Orchestra live

  • 26.05. Berlin, Berghain Kantine
  • 14.09. Hamburg, Übel & Gefährlich
  • 15.09. Köln, Gebäude 9
  • 16.09. Frankfurt, Zoom
  • 17.09. Berlin, Lido

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