Navarone

Foto: Elizabeth Aalderen

Beim Reeperbahn Festival 2017 zählten Navarone eindeutig zu den Bands, die mich nach ihrem Auftritt am meisten beeindruckt haben. Die Alternative-Band aus den Niederlanden rockte damals am Nachmittag die Bühne im Molotow und hinterließen einen bleibenden Eindruck. Nun rücken Navarone mit ihrem neuen Album „Salvo“ zurück ins Rampenlicht.

Auf „Salvo“ setzen Navarone dort an, wo sie bei ihrem letzten Album „Oscillation“ aufgehört haben. Merijn van Harens Stimme gibt dabei erneut den Takt an, während die Gitarren-Riffs die Songs nach vorne peitschen. Der Opener „The Strong Survive“ eignet sich als Türöffner dabei wunderbar. Während Navarone in der Vergangenheit mit Bands wie Guns N’ Roses verglichen wurde, kommt mir nun öfter Jane’s Addiction in den Sinn. Auch auf „Salvo“ funktioniert die Dynamik aus ruhigen Parts und schnellen Refrains, ohne dabei den rockigen Klang zu vernachlässigen.

Während eine Band wie Greta Van Fleet gerade größere Hallen ausverkauft, ist es für mich ein großes Wunder, dass das Talent von Navarone noch nicht in der breiten Masse durchgedrungen ist. Der Song „Cerberus“ strahlt eine Leidenschaft aus, wie Led Zeppelin sie nicht besser hinbekommen hätten.

Vielleicht fehlt aber der eine große Hit, der mit dem Album in Verbindung gebracht werden kann. Zwar sticht das zunächst ruhig daher kommende „Fire“ ein wenig heraus und auch „Another Way“ bringt ordentlich Schwung mit, bringen aber kein Hitpotenzial mit. Letztendlich ist dies aber nur zweitrangig. Mich stört die Tatsache absolut nicht und ich hoffe Navarone bald wieder in einem Club zu sehen.