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Mal wieder ging es für uns am vergangenen Donnerstagabend in den Kleinen Donner am Hamburger Schulterblatt – erst vor ein paar Wochen berichteten wir euch über den dortigen Gig des Hip-Hop-Trios um Veedel Kaztro, Gold Roger und Johnny Rakete. Noch etwas länger zurück liegt unsere Rezension zur aktuellen EP von Valentine, mit der sie nach weniger schönen Erlebnissen mit ihrem bisherigen Label einen Neuanfang als selbstbestimmtere Künstlerin startete.

Geschmack beweist Valentine schon vor Beginn ihrer Show: Die erste Alt-J Platte läuft, während sich langsam die Gäste im Untergeschoss des Haus73 einzufinden beginnen. Darunter auch durchaus bekannte Gesichter: Valentine-Videoregisseur Kim Frank und Liveband-Chef Axel Bosse sind zugegen, um sich den Tourabschluss anzusehen. Zuvor spielt Valentines Support-Act einige Stücke solo auf der Gitarre: Charlie Grant reiste extra aus dem UK an, um Valentine, mit der er in der Vergangenheit bereits Songs zusammen schrieb, auf ihrer „Wild Heart Tour“ zu begleiten. Mit zarten Singer-Songwriter-Ballädchen wie „In safe hands“, das er mit einer belustigenden Story über Paddy Kelly ankündigt, aklimatisiert er den Laden schonmal sehr gut!

v2Eine schöne Einleitung also für Valentine, die sich zunächst für Charlie Grants abschließenden Song ans Mikro gesellt und anschließend in den Hauptteil des Abends startet. Nach einem ruhigen und melancholischen Introsong überbrückt sie noch schnell eine durch technische Probleme entstehende Pause, in der sie „den Shizzle mal in den Griff kriegen“ muss, dann geht es auch mit den Songs ihrer aktuellen EP „Wild Heart“ los: Das tanzbare „Try“ lockert die Stimmung, Valentine selbst scheint ohnehin gut aufgelegt und berichtet in ihren sympathischen Anmoderationen von beeindruckenden Nils Frahm-Konzerten und Popcorn-Geräuschen im In-Ear-Monitor.

Aus der vergangenen Periode ihres musikalischen Schaffens ist in der netten Keller-Location heute nichts zu hören – vielmehr bestreitet Valentine einen großen Teil des Konzerts mit unveröffentlichten Songs und gibt damit einen wunderbaren Ausblick auf ein hoffentlich bald erscheinendes Comeback-Album. Dabei entfernt sie sich, wie sich schon auf der EP abzeichnete, ein ganzes Stück vom klassischen Pop und lässt neue Elemente in ihre Songs – die Gitarren im neuen „Break of Dawn“ zum Beispiel klingen ganz schön funky! Und dass ihr Mitwirken am Bosse-Liveprogramm auch Einfluss auf Valentines Solomusik hat, ließ sich auch bereits auf den aktuellen Studioaufnahmen hören. So präsentiert sie heute sogar das frische Stück „Pieces“, an dem sie mit Axel Bosse gemeinsam schrieb.

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Kurz vor Schluss verlässt die vierköpfige Band um die Sängerin die Bühne des Kleinen Donner, um Valentine das scherzhaft als „Chris-Martin-Weihnachtslied“ angekündigte „The Morning“ solo am Piano präsentieren zu lassen. Und auch in der vom Publikum eingeforderten und dankend angenommenen Zugabe gibt sie sich nochmals allein die Ehre – diesmal aber an der Gitarre, mit dem angeblich einzigen Song, den sie auf dem Instrument spielen könne!

Den Rausschmeißer macht „Flashing Lights“, auf dessen Veröffentlichung man sich jetzt schon freut, denn das wird mit Sicherheit einer der Hits ihres kommenden Werks. Und mit diesem guten Blick in die Zukunft entlässt Valentine ihr Publikum dann auch zufrieden in die Nacht, bedankt sich noch für’s Beiwohnen bei ihrem „Neustart“ – und wir bedanken uns für die vielen, schönen Tracks, die wir an diesem Abend von ihr hören durften!

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