Die drei Jungs von Van Holzen werden als die Newcomer des Jahres gehandelt. Meine sind sie definitiv! Mit ihrem Debütalbum „Anomalie“, welches am 03. März veröffentlicht wurde, ging es auf Platz 48 in die Charts und selbstverständlich direkt auf Release-Tour.

Van Holzen sind Florian (Gesang/Gitarre), Jonas (Bass) und Daniel (Drums). Der Sound von ihnen ist geprägt von Wut und Aggressionen. Die ausgereiften Songs zeigen, dass die jungen Herren mit ihren 17 Jahren schon lange, lange Musik machen und wissen was sie tun. Seit 2009 sind sie zusammen als Band unterwegs – wer rechnen kann ist hier klar im Vorteil, denn damals waren sie gerade mal 9 Jahre alt! Mittlerweile haben sie ihren Namen von damals geändert und beweisen uns einmal mehr, dass deutsche Musik so richtig was kann!

Für ihre Release-Tour hatten sie sich als Support-Act eine weitere Newcomer Band eingepackt: Barrenstein. Die solltet ihr auch unbedingt auf dem Schirm behalten!

Vor ihrer Show im Hamburger Hafenklang habe ich Florian und Daniel zum Interview getroffen und mit ihnen über ihren Erfolg, „Anomalie“ und vieles mehr geplaudert. Das ist nichts für euch? Das ist natürlich nur für euch!

Gestern war Tourbeginn, allerdings erscheint das Album „Anomalie“ erst morgen. Nun können die Leute ja noch gar nicht mitsingen, ist das für euch ein bisschen schade oder war das beabsichtigt?

Florian: Ne, also schade ist es nicht, aber wir mussten gestern erst mal damit zurechtkommen, dass die Leute zuhören.

„Die waren wirklich total aufmerksam.”

Wir dachten zuerst so „Hä?“ Die bewegen sich ja gar nicht?!“ Aber nach der Show ist uns eingefallen, dass die ja das Album noch gar nicht kennen. Das haben wir im Voraus ganz vergessen, weil wir es halt jetzt so oft gehört und gespielt haben. Aber jetzt im Moment freuen wir uns einfach, dass die Leute kommen und zuhören. Und das wird sich dann im Herbst bei den nächsten Konzerten hoffentlich ein bisschen ändern.

Seid ihr aufgeregt, dass morgen euer Debütalbum erscheint?

Florian: Aufgeregt glaube ich nicht. Ich freue mich eher. Ich hab Bock, es endlich herauszubringen und den Leuten zu zeigen. Wir haben uns jetzt irgendwie zwei Jahre im Kreis gedreht, die ganze Zeit um dieses Album und jetzt tut es gut es auch mal frei zulassen.

Habt ihr eine Vorstellung, wo ihr vielleicht in den Charts landen könntet?

Florian: Pff… ich glaube die Charts sind nächste Woche ganz schön stark und wir scheißen auch krass auf die Charts! Wir wollen nur, dass es möglichst viele Menschen hören und uns dazu ihr Feedback geben. Aber sagen wir doch einfach mal Platz 1! (ein süffisantes Grinsen umspielt Florians Gesicht). Ed Sheeran bringt glaube ich auch sein Album raus, also Ed Sheeran auf Platz 2.

Die Visions hat ziemlich viel Promo für euch gemacht. Glaubt ihr, dass die Visions nachhaltig zu eurem Erfolg beigetragen hat?

Florian: Ich glaube schon, dass sie ihren Teil dazu beigetragen haben. Die Visions lesen eben Menschen die Musik geil finden. Und wenn die Visions dann eben so eine Welle schiebt – was uns voll freut, wir fühlen uns total geehrt – bringt das unsere Musik schon an den richtigen Mann und die richtige Frau, wie wir finden.

Die Visions zählt euch zu den 10 wichtigsten Newcomern 2017. Habt ihr schon einen Newcomer 2017 für euch entdeckt?

Florian: Also ich finde gerade die Leoniden sehr gut! Die haben ja auch gerade letzte Woche ihr Album herausgebracht und ich finde das Album sehr gut. Daher wünsche ich mir für sie, dass es ein gutes Jahr für sie wird.
Daniel: Ich hab in letzter Zeit gar nicht so viel Newcomer Musik gehört, sondern eher so von Bands, die schon ein bisschen länger existieren.

Ihr beide geht ja noch zur Schule und macht im April euer Abi. Wie ist das denn so in der Schule? Herrscht da noch Normalität oder ist da schon ein kleiner Hype um euch ausgebrochen?

Daniel: Also bei mir ist alles total normal. Was auch echt gut ist! Da kommt man halt Montagmorgen in die Schule und dann ist da auch kein „Oh wie cool! Ihr ward ja am Wochenende da und da“ sondern man ist halt wie jeder andere immer noch ein ganz normaler Mensch bzw. Schüler. Es ist sehr gut, dass man da nicht durchgehend mit konfrontiert wird, sondern auch wieder herunterkommen kann.
Florian: Ich glaube auch, nicht nur in der Schule, sondern auch in unserem Freundeskreis, dass es einfach geil ist, weil es da erstmal niemanden interessiert. Klar unterstützen die das, aber die fragen dann nicht.

Habt ihr im Abi denn noch Musik als Unterrichtsfach?

Florian: Ich hab Musik abgewählt!
Daniel: Boah! Ich glaube ich bin übertrieben schlecht!

Das wollte ich nämlich wissen!

Daniel: Ganz knapp 5 Punkte.
Florian: Ich glaube ich habe Musik mit einer 4 abgewählt.

Aber mit der Note und nicht mit Punkten?

Florian: Ja genau!

Eure Songs sind ja eher düster und beinhalten Emotionen, die auf Wut und Frustration abzielen. Habt ihr euch schon mal mit Friede-Freude-Eierkuchen-Musik befasst oder ist das so gar nicht das, was ihr machen wollt?

Florian: Wir haben uns damit schon befasst und haben es sogar mal gemacht. Wir machen seit 2009 Musik, aber als 10-jähriger schreibt man halt andere Texte. Als Van Holzen sehen wir das halt überhaupt nicht. Das war auch der Grund, warum wir unseren Namen in Van Holzen geändert haben und den ganzen Look und auch die Musik so gestaltet haben. Wir machen das, was wir denken und so Friede-Freude-Eierkuchen ist einfach noch nicht da. Aber vielleicht kommt es ja beim zweiten Album. Ich verspreche gar nix! Wir machen immer das was gerade passiert und denken da nicht zu viel drüber nach.

In vielen Interviews von euch kann man das Wort „durchdacht“ lesen. Habt ihr das Gefühl, dass viele Bands ihre Musik nicht durchdenken und einfach nur machen oder woher weht der Wind?

Florian: Ich glaube die Songs bei uns sind auch nicht wahnsinnig durchdacht. Wir setzen uns nicht davor hin und denken wahnsinnig viel. Wir machen das vielleicht danach, nach dem Songwriting oder nachdem wir irgendwas gemacht haben.

„Dann denken wir noch einmal darüber nach und reflektieren eben.”

Wir finden einfach nur, dass es gut tut zu reflektieren und eben noch einmal zurück zu schauen bevor man irgendetwas herausbringt. Ein Album oder auch einen Look oder eine Website. Ich weiß nicht, vielleicht ist es einfach nur ein Tipp. Ich glaube das machen viele Bands so, das ist, glaube ich, gut wenn man einfach noch mal zurück schaut. Aber davor denken ist nicht gut, ich denke das tötet ganz viele Ideen. Ist nicht so geil und das machen wir auch nicht. Davon ist abzuraten!

Also der Song entsteht einfach in dem Moment?

Florian: Genau! Dann lässt man den drei Monate liegen wenn es sein muss wenn man nicht weiter kommt und dann hört man ihn noch mal an und denkt sich so „Hä? was hab ich gemacht?“ und macht dann halt was neues (lacht).

Ihr seid ja alle noch recht jung aber versteckt euer Alter gerne, z. B. auch in euren Videos, weil ihr nicht wollt, dass wenn der Musik etwas fehlen würde, es mit dem Alter ausgeglichen wird. Aber zieht ihr euch so nicht aus der Affäre? Nur weil ihr jung seid, heißt es ja nicht, dass ihr schlechte Musik macht.

Florian: Ja das stimmt schon. Aber gerade für ältere oder Menschen die älter sind als wir, ist es, denke ich, für sie manchmal ein komisches Gefühl auf ein Konzert von jüngeren zu gehen und da dann abzugehen. Ich hatte gestern auch ein Gespräch mit einem Besucher aus Berlin der bestimmt schon 50 war, und der sagte auch er findet es geil und hat überhaupt kein Problem damit das wir viel jünger sind als er und er geht halt trotzdem gerne ab. Würden alle so denken wäre das gar kein Problem. Außer diesem Alter verstecken ist es so, dass wir einfach die Musik in den Vordergrund stellen wollen. Das wird in fünf Jahren auch noch so sein. Also in fünf Jahren machen wir kein Video wo nur unsere Gesichter zu sehen sind. Wir rücken die Musik halt in den Vordergrund und stellen uns zurück, weil wir keine Popstars sind und das wahrscheinlich auch nicht können.

Der zweite Song auf „Anomalie“ heißt „Erfolg“. Sind das schon eure ersten Ausläufer die ihr so mitbekommen habt? Man merkt in dem Song ja schon, dass Erfolg nicht alles ist. Oder wie ist der gemeint?

Florian: Der Song ist aus einer anderen Sicht geschrieben. Wir können jetzt nicht auf unsäglichen Erfolg zurückblicken und sagen „Leute, wir haben so viel Erfolg, aber lasst euch sagen, es ist nicht alles“. So ist es nicht. Ich schreibe da einfach in einer anderen Position und in dieser unglaublich erfolgreichen Position aus der ich da schreibe, sage ich eben, dass Erfolg nicht alles ist. So ist der Song entstanden. Ein bisschen wie bei „Herr der Welt“, wie sie sich über andere stellen und damit spielen, so ist „Erfolg“ auch entstanden. Das verstehen ganz viele Menschen unterschiedlich, was auch irgendwie geil ist.

Wollt ihr noch etwas loswerden?

Daniel: Hamburg ist mega geil!

Van Holzen live im Hafenklang

Support Act Barrenstein live im Hafenklang

Im Herbst gehen Van Holzen auf große Tour. Schaut euch das Spektakel unbedingt an, die Show ist der Wahnsinn!

  • 29.09. Würzburg – Jugendzentrum B-Hof
  • 01.10. Hamburg – Prinzenbar
  • 02.10. Osnabrück – Salz Fest
  • 04.10. Saarbrücken – Kleiner Klub
  • 05.10. Aarau – Kiff
  • 06.10. München – Kranhalle
  • 07.10. Wien – Rhiz
  • 12.10. Stuttgart – Keller Klub
  • 13.10. Augsburg – Soho Stage
  • 10.11. Nürnberg – Club Stereo
  • 11.11. Braunschweig – Eulenglück
  • 12.11. Leipzig – Täubchenthal
  • 14.11. Dresden – Groove Station
  • 15.11. Berlin – Musik & Frieden
  • 16.11. Flensburg – Volksbad
  • 17.11. Bremen – Tower
  • 18.11. Bonn – Bla
  • 19.11. Frankfurt/Main – Nachtleben

Ich danke euch für das nette Interview und wünsche euch weiterhin viel Erfolg auf eurem Weg nach oben, ich bin mir sicher, wir werden noch ganz viel von euch hören!

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