13800_761555880600513_622915247909478629_n

Das Schöne an Debütplatten ist ja immer, dass alles so unverbraucht ist. Man geht ohne große Erwartungen an die Sache ran und ist nicht am vergleichen, wie doch die Ära aus dem letzten Jahrzehnt viel besser war. Aber nun gut. Ende März erschien das Debütalbum von Van Kraut – „Strahlen“.

Musikvideo zu „Reflektierte Strahlen“

Die beiden Hamburger von Van Kraut, beim Namen übrigens Christoph Kohlhöfer und Tobias Normann, sind aber auch nicht gerade das, was man einen Newcomer nennt. Mit Projekten wie Mikroboy, WEAREOFF oder Pappmaché konnten die beiden bereits an der Luft des Musikbusinesses schnuppern, auf Tour gehen und Alben veröffentlichen.

Tracklist

  • 01 Abgetragen
  • 02 Hausschuhe
  • 03 Ich bin soweit
  • 04 Reflektierte Strahlen
  • 05 Blechschaden
  • 06 Klassentreffen
  • 07 Schwebend nebenher
  • 08 Schaufenster
  • 09 Keine Spucke mehr
  • 10 Okay

In Van Kraut fließt nun alles ineinander. Bewegende und vor allem ehrliche Texte, stets ein aus Gitarren gebautes Fundament aus Akkorden und Solo-Einlagen gepaart mit dem warmen Trommelspiel von Tobias und der unkomplizierten Unterbringung von Christophers Stimme. Titel wie „Keine Spucke mehr“ oder „Hausschuhe“ tragen uns nicht nur lyrisch, sondern auch musikalisch durchdacht vom Beginn bis zum Ende. So denkt man, dass in „Hausschuhe“ bereits alles gesagt ist, bis dann ein cleveres Gitarrenpicking einsetzt und wir darüber nur noch den von Hall unterstützten Stimmen des Duos unterliegen.

„Ja, das eine paar Hausschuhe hab ich längst ausgezogen,
ich wollt ihn einfach spüren, diesen ungewohnten Boden,
das bisschen kalte Füße, das hab ich halt gewagt,
der Boden ist nur halb so glatt, wie man das immer sagt.“

Dann wird das Stück wieder aufgeschraubt und wir erleben den angehauchten Indie-Pop, der einen durch das ganze Album begleitet. Das Finale von „Strahlen“ findet sich in „Okay“, wo uns Christoph Kohlhöfer erneut unter stählernem Gitarrenklimpern erklärt, dass es schon eigentlich okay ist, immer wieder von vorne anzufangen.

„Denn die anderen die dabei blieben, sind doch längst nicht mehr was sie mal waren.“

Kurz nach dem Bergfest setzen dann weitere Instrumente ein und begleiten das Stück seinem Ende entgegen. Es wird lauter, etwas dreckiger und rotziger und verliert dennoch nicht an Struktur. Dann zum Outro, Gitarre, Stimme und es erlischt. Danke.

[asa]B00TLASY8K[/asa]