Veni Vidi Vici 01

Foto: venividiviciuk.com / Susannarj Photos

Früher, da hießen Weltraummärchen noch „Krieg der Sterne“, nicht „Star Wars“. Früher, da sprach man noch von der Kapelle, statt der Band. Und Bands? Brauchen heute keine Männer mehr. Veni Vidi Vici aus dem englischen Brighton treten den Beweis an.

Die Alternative-Band veröffentlichte erst vergangenen November ihre Debüt-EP Came Saw Conquered, die drei Stücke der Platte wurden aufgenommen und produziert von ReVerbed-Produzent George Donoghue. Das Quartett balanciert auf seiner Erstveröffentlichung hochmütig zwischen herben Gitarrensound, wütenden Lyrics und sanften Pop-Melodien. Ob das gut gehen kann?

Came Saw Conquered ist ein Kurztrip in drei Akten. Im Gepäck: jede Menge Lasten. Bereits letzten Februar aufgenommen, eröffnet Innocence die Scheibe mit einem alptraumhaften Hilferuf über Machtlosigkeit und der verzweifelten Gefangenschaft im eigenen Selbst. goKmPbapD7ehxwxDjyI6ibh84-XZPunKjAbJtQQc5qwDas verzerrte Gitarrenspiel von Christina Kaniclidou untermalt die düstere Lyrik, mündet gar in ein hervorragendes kurzes Solo-Intermezzo. Die hervorragende Produktion hätte dabei durchaus eine Portion mehr Druck auf den Vocals vertragen können.

Nicht viel weniger Bedeutungsschwanger kommt Lost in Translation daher. Das zweite Stück zerrt düstere Dämonen aus Kleiderschränken und Minibars, zählt die Scherben die nach dem Ende einer Beziehung über bleiben. Zwar ist die Ballade meilenweit vom gleichnamigen Film mit Bill Murray und Scarlett Johannson entfernt, der mehrspurige Gitarrensound verträgt sich aber erstaunlich gut mit der Pop-Darbietung der Vocals. Ohnehin scheinen sämtliche Bandmitglieder ihr Handwerk bereits sauber zu beherrschen – und das bei einem Altersschnitt von gerade Mal knapp 21 Jahren!

Bis zum Finale bietet die EP kurzweilige Momente, geht trotz der bedrückenden Themen noch gut ins Ohr. Viel hängen bleibt dabei aber nicht. Das beginnt sich in I Say (Bitch) zu ändern. Vedi Vidi Vici winken ein letztes Mal den Hatern zu, lassen nutzlose Weggefährten fallen („I say free – you say follow!“), wirken befreit und bereit uns noch mehr zu spielen. Der Ausflug in den Alternative-Rock aus Brighton endet damit aber leider auch schon.

Came Saw Conquered bietet was es verspricht: der Sound des Independent-Underdogs, welcher sich seinen Platz in drei Akten erkämpft. Die Schlacht ist gewonnen, der Kampf noch längst nicht: die blutjunge Band aus dem Vereinigten Königreich wird schon bald im Haifischbecken der Industrie auf weitere Hindernisse stoßen. Die Frage, inwieweit sich Vedi Vidi Vici bereit fühlen in Richtung Pop zu bewegen, wird damit nicht wenig zu tun haben. Ich habe ein gutes Gefühl.

Die Debüt-EP Came Saw Conquered ist am 2. November 2015 veröffentlicht worden.

Sie kamen, sahen und klickten:
Auf die offizielle Website: Noch ein paar Infos gefällig? Gar kein Problem!
Auf Facebook! Veni Vidi Vici auf dem blauen Netzwerk von Mark Zuckerberg.
Auf Twitter! Tweets und andere Zwitschereien direkt aus Brighton!
Auf Bandcamp! Die vierköpfige Band ist auch im bekanntesten Bandportal zuhause!

[asa]B0170F24RY[/asa]