Directed by Yoonha Park, 2014.
Probeaufnahmen eines verlorenen Films.

Bandnamen sind wie Glühbirnen, irgendwann gehen sie einfach aus. In allen Sprachen. In allen Variationen. Sprachwunder gibt es keine mehr, Sprachqualen umso mehr. Sprecht mal !!! oder XXYYXX aus. Fragt am Ticketschalter nach einer Karte. Spielt die Hipsterkarte in der Szenebar aus. Scheitert klagvoll. Kommt wieder her. Ins Netz. Zu Noisiv. In diesen Artikel. Ladies and Gentlemen, es ist Zeit für: Viet Cong.

Bandnamen sind wie militärische Guerillakämpfer, irgendwann geben sie einfach auf. Hat dieser Viet Cong auch mal getan. Matt Flegel und Mike Wallace spielten vorher in einer Band namens Women (hab ich mich bereits über Bandnamen ausgelassen?). Ob sich dieser Name bei Google durchgeschlagen hat, ist nicht überliefert. Sie wollen anscheinend nicht gefunden werden. Haben wir aber. Zum Dank gab es zum Debüt der ersten Single der Indierocker einen NSFW-Clip. Pardon: sie sollen anscheinend nicht gefunden werden.

Viet Cong stammen aus Calgary, das liegt in Kanada. Über 12.000 Kilometer von Vietnam entfernt. Wenn am 20. Januar 2015 ihr gleichnamiges Debüt unter dem Label Jagjaguwar erscheint, wird man eventuell auch in Asien hellhörig werden. Das Video zu „Continental Shelf“ vom New Yorker Regisseur Yoonha Park wird seinen Teil dazu beitragen.

„I wanted the video to feel like a reel of film that was purchased accidentally at a garage sale or found buried under someone’s front porch. It’s meant to be an incomplete picture – like screen tests from a lost movie.” – Yoonha Park, HUH (2014).

Park reisst Momente heraus, hält jeden Kontext zurück. „Continental Shelf“ gestaltet sich wie eine geheimnisvolle Collage. Kompositionen wie diese rufen in jeder Kunstform geteilte Meinungen hervor. Der Regisseur ist ein Mann vieler Facetten, Bands wie Liars oder Washed Out können davon ein Lied singen. Im wahrsten Sinne des Wortes. „Lower Your Eyelids To Die With The Sun“ (2014) von M83 ist ebenso eines dieser Perlen, die wir dem New Yorker zu verdanken haben.

Eingangs habe ich es erwähnt, Viet Cong entsprangen der Band Women. Diese hat 2012 den tragischen Tod ihres Gitarristen Christopher Reimer verzeichnen müssen, knapp zwei Jahre nach Auflösung der Band. Gerüchten zufolge führte damals eine handfeste Prügelei auf der Bühne zum Ende des Projekts. Zwei Alben sind aus dieser kurzen Zusammenkunft entstanden. Mit dem 2010er Titel „Service Animal“ entlassen wir Euch für heute.

Und sonst?
Yoonha Park im Netz: Er dreht viel für Pitchfork.tv, hatte dabei u.a. Bands wie Vampire Weekend vor der Linse. Da wird noch mehr kommen.
Yoonha Park bei Vimeo: Seine Videos, seine Likes, sein Werk.
Beschissene Bandnamen: Natürlich hat VICE den Unnötigen im Business bereits einen Artikel gewidmet.

Babak

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