Vivien Vanessa

Ich versuche in jede E-Mail zu gucken, die meine, im Ozean aus Papier zu versinken drohende, Insel erreicht. Allerdings verknotet sich auch mein kleines Blogger-Hirn manchmal in den lianengleichen Glasfaserkabeln. Wie es der Zufall wollte, bin ich über verschlungene Pfade dennoch auf eine tolle Newcomerin gestoßen: Vivien Vanessa.

Die E-Mail lag tatsächlich bereits einige Tage in den Untiefen meines Postfachs. Was hätte ich mich geärgert, denn die Single „Black and White“, die ab dem 19. August erhältlich ist, ist wirklich umwerfend schön. Folk-Pop mit Mitsing-Garantie. Dass Vivien Vanessa erst 23 Lenzen zählt, ist fast unglaublich, stellt man sich doch eher eine reife Texanerin vor, die bereits alles gesehen und erlebt hat.

Wie das nun klingt? Hört doch einfach mal rein: Wir haben für euch die Premiere des dazugehörigen Videos!

Wir waren außerdem so neugierig, dass wir die Gelgenheit beim Schopf gepackt haben und der jungen Dame aus Süddeutschland ein paar Fragen gestellt haben. Lest hier das Interview mit Vivien:


Wer bist du und was machst du? 

Ich bin Vivien Vanessa, Sängerin und Songwriterin, 23 Jahre jung, komme aus der Nähe von Stuttgart und habe mein Leben der Musik verschrieben. Und allem, was damit zu tun hat…

Musik mache ich im Prinzip schon mein ganzes Leben. Nach dem Keyboard kam das Klavier, nach dem Klavier die Gitarre, dann ein Schlagzeug, eine Mandoline, eine Ukulele und zuletzt ein Bass. Insgesamt stehen bei mir daheim mehr als 10 Instrumente rum. Begonnen hat alles mit einer ABBA-CD. Einmal gehört, für gut befunden und beschlossen, dass ich das auch machen möchte: Songs schreiben, auftreten, im Studio arbeiten – das ganze Programm. Damals war ich acht.

„Bei mir daheim stehen mehr als 10 Instrumente rum”

Vier Jahre ist es jetzt her, dass ich begonnen habe der Cover-Musik den Rücken zu kehren und auch eigene Songs zu schreiben, meine eigene Musik zu machen. Seitdem durfte ich über 50 Konzerte spielen – meistens im Ed-Sheeran-Style mit Gitarre und Loop-Station, als Support-Act eine Deutschland-Tour begleiten und war auch ein paar Mal im Radio zu hören.

Beschreiben lässt sich meine „Mukke“ mit Folk Country Pop oder wie manche es nennen würden: „Gitarrenmusik“. Manche würden sagen, es hört sich an wie eine Mischung aus Amy Macdonald und Passenger. Wie das Ganze aber wirklich klingt, kann man auf meiner neuen Single „Black and White“ hören, die am 19. August erscheint.

Ist Folk-Pop nicht ein etwas altmodisches Genre? Wie kommt eine junge Frau dazu Folk zu machen?

Ich wundere mich immer wieder darüber, wie viele das hierzulande so sehen. Wenn mich Leute fragen, was ich so für Musik mache und ich antworte „so eine Mischung aus Folk, Country und Pop“ werde ich meistens etwas schräg angeschaut. Dabei ist dieses Genre mit Künstlern wie Passenger, Mumford & Sons seit einiger Zeit immer öfter auch in den deutschen Charts vertreten. Gleichzeitig bringen die wenigsten diese Titel aber mit dem eigentlichen Genre-Begriff in Verbindung. Viele denken bei Folk und Country noch immer an klassische Songs, wie „Country Roads“ und Johnny Cash. Dabei hat sich diese Musikrichtung inzwischen sehr weiter- und häufig auch in Richtung Mainstream und Pop entwickelt.

„Viele denken bei Folk und Country noch immer an Johnny Cash.“

Als ich angefangen habe, eigene Songs zu schreiben, stand für mich fest: Das ist das, was ich machen möchte. Ich war jahrelang auf der Suche nach einem Produzenten und Mit-Musikern, die verstehen, was ich da mache, wohin es musikalisch gehen soll. Nach langer Suche bin ich letztes Jahr dann endlich fündig geworden und Menschen begegnet, die mit mir auf einer Wellenlänge sind und die einfach gespürt haben, wer ich bin und wie ich klingen will. Dabei herausgekommen ist „Black and White“.

Vivien Vanessa

In was für einer Situation entstand der Song „Black and White“? Wie viel von Deinen eigenen Erfahrungen steckt generell in Deinen Songs?

Die meisten meiner Songs sind autobiographisch, einige verarbeiten auch Erlebnisse von guten Freunden und Bekannten oder allgemein Dinge, die mich beschäftigen. Alles, was etwas mit mir macht, wird in meinen Songs verarbeitet.

„Black and White“ entstand zum Beispiel nach einer Trennung. Damals habe ich nach einem Ventil gesucht, um den Schmerz aus dem Erlebten zu verarbeiten. Die Melodie ist in weniger als fünf Minuten entstanden, der Text hat ein wenig länger gedauert.

Der Song erzählt die Geschichte der inneren Entwicklung von einem Zeitpunkt in der Beziehung, über die Trennung bis zu dem Moment, in dem man damit abgeschlossen hat. Deswegen verwende ich – ganz Mainstream-untypisch – auch in jedem Refrain einen anderen Text mit einer immer anderen Sichtweise auf die Situation.

Was erwartet uns dieses Jahr noch von Dir? Nun kommt die Single raus, was folgt danach?

„Ich möchte mich weiter ausprobieren”

Geplant ist eine weitere Single und danach eine EP, vielleicht sogar ein Album. Mal schauen. Jetzt, wo ich mein Genre und meinen Style gefunden habe, möchte ich mich weiter ausprobieren, noch ein wenig mutiger werden, was Instrumentierung und Gesang angeht und auch eine kernigere Seite von mir zeigen, die man von mir noch nicht so sehr kennt. Ein bisschen mehr „Dreck“. Ich freue mich sehr auf alles Kommende, wann die Sachen aber genau kommen, kann ich leider noch nicht sagen.

Viel Erfolg und vielen Dank!

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