Fotos: Jasmin Reckers, noisiv.de

Vor knapp einem Monat, genau genommen am 16. Februar, veröffentlichten Vizediktator ihr Debütalbum „Kinder der Revolution“. Bereits wenige Tage später, am 21.02. startete ihre Tour im Hafenklang in Hamburg, wo wir uns von den Livequalitäten des Trios überzeugen konnten.

Für alle, die zum ersten Mal was von Vizediktator hören sei kurz zusammengefasst: Sprachgewaltiger Straßenpop aus Berlin mit Dramapunk garniert.

Der erste Song des Abends ist auch gleichzeitig der Opener der Platte und man merkt, das Publikum hat die Tage genutzt, um die Texte zu üben. „Hollywood Europa“ geht musikalisch direkt ins Ohr und bringt mit seinem eingängigen Beat jeden sofort zum Mitwippen. Textlich befindet man sich bei dem Lied vermutlich auf der Suche nach besseren Zeiten.

Mit „Schall & Rauch“ wird es etwas tanzbarer und auch textlich haben wir den Mitgröhl-Charakter erreicht. Die verrauchte Whiskey-Stimme von Sänger Benni, die zeitweilen an Milliarden erinnert, lädt aber selbstredend dazu ein, denn mit „Schönsingen“ hat das hier nichts zu tun und das ist auch gut so!

„Wir sind geboren, um kaputt zu sein. Wir haben euch belogen, um kaputt zu sein.“ Vizediktator – Schall und Rauch

Der dritte Song von „Kinder der Revolution“ ist „Stimme der Verfolger“, und wer hier jetzt noch nicht aus dem Sattel gesprungen ist, dem kann ich leider auch nicht weiterhelfen. Die politische Haltung der Band ist nicht von der Hand zu weisen und so greift der Song neben der Flüchtlingskrise auch die großen Männer auf, die ihre Hand stets über uns halten … Abgesehen von dem großartigen Text hat mich dieser Song wahrscheinlich auch soundmäßig am meisten gecatcht, bei den Gitarrenriffs aber auch kein Wunder.

Ich will euch das Album gar nicht weiter vorkauen, aber einen Song möchte ich euch wirklich ans Herz legen, denn alleine der Anfang hat mich textlich sofort um den Finger gewickelt: „Heute mache ich mich schick für dich, ziehe meine schwarzen Sachen an“ Hallo – Wie gut ist das bitte? Schwarz macht eben nicht nur schlank! Und damit ist es noch nicht vorbei: „Ich greif nach deiner Hand, wir stürmen zusammen gegen die Wand“, das ist doch Romantik auf höchstem Niveau! Ich spreche von „Halleluja“ und möchte das an dieser Stelle einfach so stehen lassen.

Als Anspieltipps möchte ich „Hamburg schmerzt“ und „Kreuzbergs Scherben“ nicht unerwähnt lassen, also gönnt euch!

Vizedikator live im Hafenklang

Vizedikator live

  • 15.03. – Dresden, Ostpol
  • 16.03. – Cottbus, Bebel
  • 17.03. – Jena, Cafe Wagner
  • 23.03. – Berlin, Monarch (ausverkauft)

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