Foto: Alexandra Gavillet

Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht. Oder anders: Es gibt Sachen, von denen man gar nicht weiß, dass es diese gibt. Zum Beispiel diesen Typen namens Washed Out. Den kannte ich nicht. Und rückblickend betrachtet ist das auch gar nicht schlimm, dass ich den nicht kannte. Die Musik, die der bisher gemacht hat, ist nicht mein Fall. Umso erstaunlicher ist es, dass mit „Mister Mellow“ nun ein Album erscheint, dass mich unglaublich begeistert. Sachen gibt’s…

Erscheinen tut das Ganze auf Stones Throw. Eigentlich könnte man das Review damit auch gleich abschließen – nuff said. Schon mal eine schlechte Platte von den Kaliforniern gehört? Eben.

Was passiert denn nun auf der Platte. An sich ist „Mister Mellow“ ein wunderbar kreatives Instrumental-Album. Verwoben werden darauf große Portionen Hip-Hop und House. Daneben gibt es Free Jazz-Elemente, eine gewisse Soundcloud-Ästhetik und Trip-Hop – wobei ich bis heute nicht so genau weiß, was damit tatsächlich gemeint ist. Und steht da nicht auch „ChillWave“ auf der Kappe der Ente auf dem Cover?

Am besten lässt sich das Teil vermutlich als Sommeralbum für Musik-Nerds beschreiben. Ich seh es vor mir: Die Typen mit RadioLoveLove-Shirts und limitierten Sneakern stehen auf der Rooftop-Party fachsimpelnd nebeneinander während der Rest einfach zu „Get Lost“ tanzt und Gin Tonic schlürft. Wobei Gin Tonic mittlerweile ja auch durch ist. Meine Empfehlung: Weißer Portwein mit Tonic und Zitrone.

Es werden Vocals durch den Reverb-Wolf gejagt und unzählige Samples zerhäckselt. Herauskommt aber nicht der gewöhnliche Hip-Hop-Einheitssound, sondern irgendetwas Tanzbares, dass für jeden genießbar ist, aber eben so einiges mehr bietet, wofür man sich als Musik-Enthusiast herrlich begeistern kann.

Das Album ist übrigens nicht nur per Ohrhörer zu genießen, sondern besitzt auch eine ausgesprochen hübsche visuelle Komponente. Das dazugehörige Visual-Album kann man sich auf mistermellow.tv oder YouTube reinziehen:

Lust auf der nächsten Pool-Party mit Nerd-Talk zu beeindrucken? Dann hört mal in dieses entspannte Instrumental-Album names „Mister Mellow“ vom Neu-Steine-Schmeißer Washed Out rein!