Fotos: Handyfotos von Lisa Ostheimer

We Bless This Mess, auch bekannt als Soloprojekt des Tattoo-Künstlers Nelson Graf Reis, ist ein Musiker, der ungeschliffener nicht sein kann. Der portugiesische Singer-Songwriter mit der rauen Stimme schreibt Texte, die direkt ins Herz gehen. Mit Akustikgitarre unterwegs machte er auch in der Hamburger Astra Stube Halt und brachte seinen gute Freund Dan Allen von Ducking Punches mit. Gemeinsam füllten sie einen Abend voller Leidenschaft zur Musik und erzählten private Hintergründe zu ihren Songs.

Nelson Graf Reis von We Bless This Mess

Die Astra Stube füllte sich an diesem kalten Novemberabend schnell. Kein Wunder bei zwei solch talentierten Künstlern, die auf der Agenda standen. Mit seiner eigenen Sicht auf die Welt und seiner lebensbejahenden Art, schafft es Nelson ab dem ersten Song zu begeistern. Jeden Ton und jeden Akkord spielt er mit purer Leidenschaft und Hingabe. Stücke wie „Silence“ oder „June“ wirken, als erzähle er eine Geschichte.

Immer wieder baute der Portugiese private Hintergründe zu seinen Songs in sein Set ein. So handelt „Mom And Dad“ von der persönlichen Bewältigung der Scheidung seiner Eltern. „Joy“ handelt wiederum davon, dass sich jeder seine eigene Realität schafft und es keine höheren Mächte braucht, um Freude zu empfinden. Das Set rundete er mit „Darling“ und den Worten „I’m feeling overwhelmed, this moment is so precious“ ab.

Dan Allen von Ducking Punches

Der mir vorher unbekannte Musiker Dan Allen betrat nach einer kurzen Pause die Bühne. Ab dem ersten Song hatte er das gesamte Publikum auf seiner Seite. Bekannte Stücke seiner Band Ducking Punches wie „Sobriety“ und „Six Years“ durften selbstverständlich nicht fehlen. Aber auch in neue, bisher unveröffentlichte Songs, ließ er Einblicken. Beim letzten Stück des Abends „Big Brown Pills from Lynn“ sang die ganze Astra Stube mit. Was für ein schöner Moment. Dieser Abend lässt sich ohne Zweifel als mein persönliches Konzerthighlight des Jahres 2017 beschreiben.