Who Killed Bruce Lee 09

Alle Fotos im Beitrag von: Charles Engelken, noisiv.de

Aktuell sind Who Killed Bruce Lee in aller Munde – kein Wunder, denn ihr Debütalbum „Distant Rendezvous“ ist überaus gelungen (und entsprechend gut in meiner Rezension weggekommen). Dass das beiruter Quartett rund um Sänger Wassim Bou Malham zudem überaus fleißig ist, zeigt ein Blick auf ihren Tour-Kalender: Beinahe 30 Stationen umfasst ihre aktuelle Deutschland-Tour, die bis in den Mai hineinreicht.

Am vergangenen Samstag gastierten sie im Münsteraner Jovel und nachdem mich das Album von der ersten Sekunde an vollkommen packte, war es für mich eine Selbstverständlichkeit, mir die Gruppe live anzuschauen. Mit der DSLR im Anschlag machte ich mich mit einem Freund im Gepäck also auf den Weg gen Münster, um eine großartige Show zu sehen.

Die Ruhe vor dem Sturm

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Um ca. 21:15 Uhr begann das Konzert der Band, die ohne vorherige Support-Band direkt auf die Bühne kam. Zunächst übernahm allerdings nur Sänger Wassim das Ruder, der den Abend mit einer intimen Version von „Jungle“ und der Gitarre bewaffnet einläutete. Während die Album-Version sehr funky daherkommt, hatte die reduzierte Live-Version durchaus einen bluesigen Touch. Darüber hinaus wusste seine Stimme auch live sofort zu überzeugen! Ein guter und stilvoller Anfang ist also getan, jetzt kann es so richtig losgehen.

Nach „Jungle“ kamen dann Hassib Dergham (Keyboard), Pascal Sarkis (Bass) und Malek Rizkallah (Drums) auf die Bühne, um das Line-Up zu vervollständigen. Die dynamischen Klänge und Kompositionen der Songs wurden live nicht nur adäquat, sondern noch beeindruckender transportiert. Who Killed Bruce Lee sind durch und durch eine absolute Live-Band, die ihr hohes Potential auf der Bühne erst so richtig entfaltet!

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Auch die Crowd im Jovel war überaus gut gelaunt, der Draht zwischen Menge und Band wurde im Verlaufe des Konzertes immer stärker. Während anfangs noch rund zwei, drei Meter zwischen Bühne und erster Reihe waren, tanzten die Leute am Ende direkt vor der Bühne. Das wiederum kann die Band besonders gut: Leute zur Bewegung animieren! Immer wieder hielt Wassim motivierende und humorvolle Ansprachen, die die Stimmung immer weiter auflockerten. Ganz eindeutig weiß er eine Crowd bei den sprichwörtlichen Eiern zu packen und sie für sich zu gewinnen.

Die komplette Bandbreite an Sounds

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Über die Laufzeit von über anderthalb Stunden wurde das gesamte Album abgefackelt: Von Brechern, wie „Distant Rendezvous“ und „Born Addicted“ über das umkomponierte „Room for Three“ bis hin zu Songs, wie „Let Me Know You’re Mine“, welches eine laszive Stimmung in der Zuschauerschaft erzeugte und „Mastercraft“, das perfekt zum lockeren Mittanzen geeignet ist und in einer extralangen Version gespielt wurde war die komplette Bandbreite ihrer Songs vertreten. Auch ältere Stücke, die nicht auf dem Album zu finden waren sowie ein Led-Zeppelin-Cover und ein Hip-Hop-Song, der von Keyboarder Hassib vorgetragen wurde, fanden ihren Platz im Set.

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Eine bunte Kiste an Klangbildern wurde also auf die Besucher losgelassen, allerdings kam es einem nie „zusammengewürfelt“, sondern stets schlüssig vor. Das komplette Set passte von hinten und vorne! Die Höhepunkte des Abends kamen gegen Ende des Sets: „Pool Party“ versetzte die Crowd in einen geradezu ekstatischen Zustand und mit „Young Love“ ging es beim letzten Song nochmal richtig zur Sache!

Auch Wassim ließ sich von der hervorragenden Stimmung infizieren: Mehrmals suchte er den direkten Weg in die Menge und den Abend direkt mit ihnen zu feiern. Dazu passte auch die Performance der drei weiteren Bandmitglieder perfekt; vor allem Maleks Schlagzeugspiel (der auch ein hervorragendes Solo hinlegte) war absolut on point und trieb das Set immer wieder gekonnt nach vorne. Diese gesamte Dynamik und Spielfreude aller Bandmitglieder machte den Abend insgesamt zu etwas besonderem.

Diese Band hat alles!

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Nach dem letzten Song fragte ich mich spontan, ob das Konzert wirklich jetzt schon zu Ende sei, ohne vorher auf die Uhr zu schauen. Die anderthalb Stunden vergingen wie im Flug. Das Konzert war keine Sekunde zu kurz – eher hätte die Band bestimmt auch noch weitere zwei Stunden spielen können, wenn das entsprechende Material da wäre. Die Zuschauer hätten es garantiert mit Leichtigkeit mitgemacht.

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Who Killed Bruce Lee konnten live komplett überzeugen und diese einzigartige Mischung aus Bühnenpräsenz, Song-Vielfalt, Dynamik und Zuschauerbindung ist etwas, das man in dieser Form nur selten sieht. Während mich die Band also bereits mit dem Album überzeugen konnte, haben sie sich für mich mit dem Konzert endgültig als überaus fähige und großartige Band bewiesen.

Die vier Männer haben schlichtweg unheimlich Spaß an dem, was sie machen und sind auch sichtlich dankbar für die Chancen, die sie bekommen haben. Diese wollen sie packen und nutzen, das ist offensichtlich. Aus diesem Grund kann ich nicht anderes, als dieser Band eine dicke Empfehlung auszusprechen. Wer die Band in seiner Nähe live sehen könnte, soll das bitte machen! Bereuen werdet ihr es nicht!

Who Killed Bruce Lee: Konzertfotos

Who Killed Bruce Lee: Deutschland-Tour

  • 31.03.2016 – Nürnberg, Club Stereo
  • 01.04.2016 – Stuttgart, dasCANN
  • 02.04.2016 – Biberach, Abdera
  • 04.04.2016 – Bamberg, Live-Club
  • 07.04.2016 – München, Backstage
  • 08.04.2016 – Immenstadt, Rainbow
  • 09.04.2016 – Lörrach, Between The Beats Festival
  • 14.04.2016 – Gießen, Uhlenspiegel
  • 15.04.2016 – Saarbrücken, Kleiner Klub/Garage
  • 16.04.2016 – Reutlingen, Franz K
  • 22.04.2016 – Bayreuth, Glashaus
  • 23.04.2016 – Aalen, Frapé
  • 28.04.2016 – Hannover, Lux
  • 29.04.2016 – Flensburg, Volksbad
  • 30.04.2016 – Bremen, Magazinkeller/Schlachthof
  • 01.05.2016 – Lübeck, Maifest
  • 06.05.2016 – Würzburg, B-Hof
  • 21.05.2016 – Oldenburg, Cadillac

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