Nachdem wir uns bereits vor Kurzem mit der Wilhelm Tell Me-Single „Growing Younger“ aus ihrer aktuellen EP „A Short Story For The Road“ hier auf noisiv.de befasst haben, freuen wir uns sehr, dass wir die Indietronica-Band nun für ein Mail-Interview gewinnen konnten! Hier lest ihr die exklusiven Antworten der drei Hamburger.


Für alle, die euch noch nicht kennen: Welcher eurer Songs steht stellvertretend für die Musik von Wilhelm Tell Me?

Den gibt es nicht. Man schreibt ja immer weiter, erlebt andere und neue Sachen und entwickelt sich. Songs sind immer auch Momentaufnahmen, die im besten Falle überdauern, aber sie können nicht einzeln für das Œuvre einer Band stehen.

Henning, du hast die Band anhand einer Online-Anzeige zusammengestellt. Das lässt vermuten, dass ihr musikalisch ganz unterschiedlich sozialisiert seid. Gibt es oft Differenzen über Musikgeschmack unter euch?

Nein, eigentlich nicht wirklich. Das ist und war ja gerade das Schöne an der Online-Anzeige, dass man direkt auf die Gleichgesinnten kam.

Live wart ihr von Anfang an spitze, wie ich bei einem der ersten Gigs im Grünen Jäger bezeugen durfte. Nun kommt ihr gerade von einer langen Deutschlandtour zurück. Wie war’s denn?

War das der Grüne Jäger-Gig bei dem die Fußmaschine unseres Schlagzeugs kaputtgegangen ist?! Wenn dem so ist, dann war es jetzt viel viel besser auf Tour ;-) [Anmerkung des Autors: Das muss dann wohl das andere Konzert gewesen sein, das kurz zuvor schon dort stattfand]

„Growing Younger“ ist, wie wir finden, ein ganz heißer Hit-Kandidat. Was meint ihr – erscheint der Song bald schon auf der nächsten „Bravo Hits“? Und hättet ihr da Lust drauf?

Gibt es noch „Bravo Hits“?! Ernsthaft??!! Wir wissen ehrlich gesagt nicht, was da so normalerweise drauf war. Auf tollen Samplern oder Playlisten zu sein ist immer super, eventuell mit einem unserer Songs zwischen deutschen Schlagersternchen eingefügt zu sein wird uns sicher aber auch nicht die Freundentränen ins Gesicht zaubern.

Englischsprachige Social Media Accounts und ziemlich undeutscher Pop – wie sehr schielt ihr eigentlich auf den internationalen Erfolg? Seht ihr außerhalb Deutschlands größere Chancen?

Wir machen Musik mit englischen Texten und wir haben überall auf der Welt Menschen, die uns und unsere Musik mögen und uns „folgen“. Deutschsprachige Social Media Accounts wären da nicht nur komisch sondern in letzter Kosequenz auch ein wenig respektlos.

Verfolgt ihr mit, was in der deutschen Indie-Szene so passiert? Gerade aus dem Staatsakt-Umfeld sprießen ja viele neue Bands aus dem Boden. Waren deutsche Texte je eine Alternative für euch selbst?

Ein kurzes Nein würde an dieser Stelle vielleicht etwas arrogant rüber kommen. Deswegen schmücken wir diese Antwort ein bißchen aus und sagen auch, dass es da bestimmt total gute Bands gibt. Aber letztlich können wir nur sagen: Nein. Auch dazu ob deutsche Texte für uns eine Alternative waren oder sind. (P.S. zu dieser Frage: Wie alle anderen auch, finden wir Bilderbuch mega! Aber die sind ja eben ja auch nicht deutschsprachig.)

Wie weit sind denn die Arbeiten am (hoffentlich) kommenden Album bisher fortgeschritten?

Wir schreiben und schreiben und gerade fügt sich ganz viel zusammen. Tatsächlich fühlt sich das gerade sehr gut an und wir freuen uns darauf vielleicht schon im März mit der Produktion anzufangen.

noisiv.de bedankt sich ganz herzlich für das Interview!

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