Wolf Mountains – das sind Reinhold Buhrs, Thomas Zehnle und Kevin Kuhn. Allesamt durch die alternative Stuttgarter Szene und den dort entstandenen Gruppen Die Nerven, Karies, Mosquito Ego und Levin Goes Lightly bekannt.

Irgendwo zwischen Post-Punk, Surf, Garage und New Wave liegt ihr neu erschienenes zweites Album „Superheavvy“. Drückender Bass, treibende Gitarrenriffs und dominantes Schlagzeugspiel werden einem hier in 14 Songs an den Kopf geschmissen. Deutlich sind die musikalischen Herkünfte des Trios zu erkennen: Mal lärmt es rücksichtslos in Vintage-esker Produktionsart, dann scheint auch mal konzeptionelle Monotonie durch.

Auf das Korsett der eigenen musikalischen Portfolios lassen sich Wolf Mountains allerdings nicht festnageln. Tanzbarer Surf und Indie gehören ebenso zu den Kernelementen der Platte und selbst vor poppigen Momenten wird kein Halt gemacht. „Superheavvy“ ist voll von Variation, schafft es dabei aber stets, einen homogenen roten Faden über die Spiellänge hinweg zu ziehen.

Die Dynamik in der Instrumentalisierung des Albums spiegelt sich auch in Buhrs und Kuhns Vocals wider: Bedrohlich und selbstgefällig auf der einen, fast schon naiv schön und unschuldig auf der anderen Seite. In allen Fällen jedoch stets prägnant, farbenfroh, sehnsuchtsvoll und mitreißend.

In klaren Songstrukturen feiert „Superheavvy“ die letzten Jahrzente bedeutsamer Musikrichtungen und wirbelt so im Vorbeigehen aktuelle Standards und Gegebenheiten durcheinander. Hier wurde so viel in den Topf geworfen, dass es mehrere Durchläufe benötigt, um das gesamte Ausmaß wertschätzen zu können. Genügend Gründe, diese multiplen Durchgänge überhaupt erst in Angriff nehmen zu wollen, liefert einem das Dreiergespannt dabei schon vom Fleck weg. Sie geben einem gerade so viel, dass das Interesse aufhorcht und geben als Belohnung peu à peu immer mehr preis von dem, was diese 14 Songs ausmachen.