Xavier Naidoo

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Seit dem gestrigen Tag steht fest: Deutschland wird beim Eurovision Song Contest 2016 von Xavier Naidoo vertreten. Musikalisch ist die Wahl vielleicht fragwürdig, doch es gibt andere Gründe, die uns zu Recht stutzig werden lassen. Der Mannheimer schickte sich 1998 an, den deutschen Soul zu reanimieren und erntete dafür bis heute 26 Platin- und 18 Goldauszeichnungen. Warum redet die Süddeutsche Zeitung nun von einem „schlechten Scherz”? Die Antwort liefert Naidoo selbst und wir möchten hier einige Aussagen des Mannes, der Mannheim für das neue Jerusalem hält, präsentieren.

„Deutschland ist immer noch ein besetztes Land und hat keinen Friedensvertrag”

[Morgenmagazin, 24.10.2011]

„Wer das als wahrheit hingenommen hat was darüber [11. September 2001; Anm. d. Red.] erzählt wurde hat einen schleier vor den Augen”

[3.10.2014, Montagsdemo Berlin]

„Ich will erklären, was ich konkret aus der Bibel herauslesen kann: Amerika geht unter”

[Interview 2002, Musikexpress]

„Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?”

[XAVAS, ‚Wo Sind Sie Jetzt‘ Song]

„Ich bin doch kein Antisemit”

[Im Rechtsstreit mit der Amadeu Antonia Stiftung, 2015]

Ich denke allen sollte nun klar sein, dass der Preisträger des goldenen Aluhuts 2015 nicht der beste Kandidat ist, Deutschland in einem internationalen Wettbewerb zu präsentieren. Wirkt ja auch unglaubwürdig, leben wir doch in der nicht souveränen Deutschland GmbH. Wer so einen Mist von sich gibt, sollte eigentlich überhaupt kein Gehör mehr finden.

Einen Kleingeist nun auf so eine Bühne zu hieven, ist in Zeiten von Pegida und IS marketingtechnisch sinnvoll. Man könnte zynisch sein und sich einen Slogan wie: „Von der Montagsdemo in die Charts” vorstellen. Vom Ersten Deutschen Fernsehen hätte ich mir dennoch etwas mehr Feingefühl gewünscht. Aber hey, solange ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber noch die Sonne aufgehen sieht, wenn Xavier Naidoo die Bühne betritt, muss die Entscheidung wohl gerechtfertigt sein.

Anscheinend gibt es ja genügend Menschen, die das auch noch toll finden, beziehungsweise leicht über die verbalen Entgleisungen hinwegblicken können. Vielleicht war der Auftritt auf der Montagsdemo in Berlin im Oktober 2014 ja tatsächlich gut gemeint. Nachvollziehen können wir die Ernennung von Xavier Naidoo zum deutschen Kandidaten des Eurovision Songcontestes 2016 allerdings trotzdem nicht. Wir stehen für andere Werte, positionierten und stets dementsprechend und hoffen, dass ihr dieselben vertretet: Respekt gegenüber jeglicher Nationalität, jeder Hautfarbe, jeder Religion und der Sexualität eines Jeden. Wir unterstützen daher lieber Die Kassierer.