Fotos: Charles Engelken, noisiv.de

Dominic Harrison aka. Yungblud erlebte ein bewegtes Jahr 2018. Mit der Veröffentlichung seines Debütalbums „21st Century Liability“ erlebte er einen Hype, wie er nicht mehr alle Tage im Bereich alternativer Musik vorkommt. Auch seine explosiven Live-Shows dürften zweifelsohne ihren Teil an der stetig wachsenden Popularität beigetragen haben.

Mit besagtem Album ist er nach wie vor auf Club-Tour unterwegs, die ihn nach und nach in immer größer werdende Venues führt. Während er Anfang 2018 noch in der SkyBar des Molotow spielte, ging es es für ihn am Dienstag in den komplett ausverkauften Ballsaal des Uebel & Gefährlich. In allen Belangen sollte es ein Abend werden, den man so schnell nicht vergisst.

Der Einlass sollte ab 20 Uhr stattfinden. Daraus wurde allerdings nichts, da der Feueralarm im Bunker an der Feldstraße kurz zuvor losging. Nach dem obligatorischen Einsatz der Feuerwehr wurde der Einlass dann freigegeben. Die Freude sollte allerdings nicht von langer Dauer sein: Ungefähr 15 Minuten später, als sich der Konzertraum bereits schnell füllte, ging der Feueralarm erneut los. Obligatorischerweise mussten nun alle evakuiert werden, also ging es wieder nach draußen in die regnerische Kälte Hamburgs.

Kurz vor 21 Uhr dann die abermalige Freigabe zum Einlass. Der Konzertabend sollte mit ca. 30 Minuten Verspätung mit der Support-Performance von Carlie Hanson, die ihren ersten Auftritt in Europa spielte und die Fans gehörig gehörig einheizte und so wieder auf Betriebstemperatur brachte, beginnen. Von da an sollte der Abend endlich reibungslos ablaufen und so etwas, wie an diesem Dienstagabend, habe ich persönlich auch noch nicht erlebt.

Als Yungblud dann auf die Bühne kam, gab es kein Halten mehr, es wurde sofort ohrenbetäubend laut, im weiteren Verlaufe des Auftritts sollte die Lautstärke der Fans nur noch weitere Höhen erreichen. Dann beginnen er und seine Live-Band ihre Performance und sofort springt Yungblud von einer Seite der Bühne zur anderen und zurück. Die Energie, die er vom Anfang bis zum Ende des Auftritts freisetzt, ist beachtlich und überträgt sich praktisch ungefiltert auf das Publikum.

Diese Energie und das Zusammenspiel zwischen Publikum und der Band ist das faszinierendste Element an diesem Abend. So etwas sieht man wirklich nicht aller Tage, insbesondere in einer Stadt wie Hamburg, die so übersättigt ist mit Konzerten aller Art an allen Tagen im Jahr. Umso beeindruckender ist dann eine solch rohe, ungefilterte Performance – insbesondere unter dem Gesichtspunkt der vorgegangenen Geschehnisse. In jedem Fall sorgte Yungblud für einen denkwürdigen Abend, der lange in den Gedächtnissen aller Konzertgäste bleiben wird.

Fotogalerie: Yungblud

Fotogalerie: Carlie Hanson

21st Century Liability [Explicit] by YUNGBLUD (MP3-Download)

Price: EUR 9,29

4.6 von 5 Sternen (3)