ZUN

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Vor nicht allzu langer Zeit wurde bekannt, dass Gary Arce, John Garcia und Sera Timms unter dem Namen ZUN an einem gemeinsamen Projekt arbeiten. Das Ergebnis dessen heißt „Burial Sunrise“ und ist am vergangenen Freitag veröffentlicht worden. Für mich, der in seiner Kindheit mit dem Desert Rock à la Kyuss, Fatso Jetson, Yawning Man und natürlich Queens of the Stone Age groß geworden ist, stellt dieses Album etwas ganz besonderes dar.

ZUN - Burial Sunrise

Desert Rock steht im Ursprung für repetitive, psychedelische Musik. Yawning ist das wohl beste Beispiel dafür: Einfach hinsetzen, Augen schließen und alles um einen herum vergessen. Im Grunde genommen ist es bei ZUN nicht allzu anders. Die sechs Songs werden vom Gitarrenspiel von Gary Arce getragen und erinnern in ihrer Quintessenz stark an Yawning Man. Darüber liegen die Stimmen von Garcia und Timms, die den Songs eine weitere mystische Ebene verleihen.

Mystisch, Geheimnisvoll und psychedelisch

Jener John Garcia ist für die Vocals im Opener „Nothing Farther“ verantwortlich. Nach einem psychedelischen Gitarren-Riff übernimmt er mit verträumten Vocals, die von zurückgelegten Drum- und Bass-Parts unterstützt werden. Immer wieder übernimmt dann Garcia das Ruder und zeigt seine unverkennbaren Künste an der Gitarre. Von der ersten Sekunde an wird man auf eine Reise durch die kalifornische Wüste mitgenommen – ab in die schier unendlich wirkenden Weiten, die klanglich hervorragend eingefangen werden.

Neben Arces Gitarrenspiel beeindrucken vor allem die großartigen Basslines. In „All for Nothing“ tragen sie den Song ebenso stark, wie die Gitarrensounds es tun. Auch bei diesem Song überzeugt John Garcia abermals, der lyrisch die Leere und gleichzeitige Intimität einfängt, die der Song klanglich produziert – der komplette Song wirkt, wie aus einem Guss.

You’ve had your taste of nothing
Come back at and fall on me
You’ve had our taste of heaven
Come on

ZUN – All for Nothing

John Garcia und Gary Arce wissen also sowohl jeweils für sich selbst, als auch im Kollektiv zu überzeugen. Sera Timms, die ebenfalls Vocal-Parts übernimmt, muss sich allerdings zu keinem Zeitpunkt verstecken. Sie ist beispielsweise für die Bass-Lines verantwortlich, die auch „Solar Incamtation“ zusammen mit den treibenden Drums wie eine Armee im Marschgang nach vorne tragen.

Darüber hinaus bringt sie mit ihrem Gesang eine ganz andere, aber ebenso wirksame Verträumtheit und psychedelische Note in die Songs ein. Im Gegensatz zu Garcias intimem Gesang geht ihrer sehr viel breiter in den Raum hinein. Das bringt zusätzliche Abwechslung, sodass man sich zu keiner Sekunde an den Vocals satt hört. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist „Into the Wasteland“, welches das Album gleichzeitig abschließt. Mystische Klänge werden durch Timms Gesang noch um einiges geheimnisvoller, beinahe schon etwas okkultistisch in ihrer Gesamtwirkung.

Die Quintessenz der Wüste

Die Wüste ist ein einsamer Platz – so viel weiß man auch ohne jemals selbst eine gesehen zu haben. „Burial Sunrise“ transportiert dies in musikalischer Form, wie sonst kein anderes Album. Die Songs sind tiefdunkel angehaucht und werden alleine durch ihre Klangbilder Fragen im Inneren auf.

Die sechs Tracks schlagen allesamt in die gleiche Kerbe, sind aber doch so unterschiedlich, dass jeder Song seine Existenzberechtigung hat. Wie bereits gesagt: Dieses Album fängt die Quintessenz der Wüste und des Desert Rock perfekt ein!

Wer sich für psychedelische Musik interessiert, die klingt wie keine andere, ist hier an der goldrichtigen Stelle! Die großen Namen der Desert-Szene haben hier ein exzellentes Werk abgeliefert, das ihrem Stellenwert gerecht absolut wird und den Hörer nochmal in die 90er zurückwirft – als die Szene am Siedepunkt ihres Schaffens war – und dabei trotzdem absolut frisch klingt.

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